Das schöne Leben an der Rhywiera – Schon bei den ersten Sonnenstrahlen sind die Rheinufer bevölkert, locken die so genannten Buvetten, kleine Kioske, zu einem kurzen Break. Den entspannt fließenden Rhy (schweizerisch für Rhein), die Lebensader der Stadt, und das imposante Münster hat man stets im Blick. An heißen Tagen tummeln sich die Menschen dann nicht nur am, sondern gerne auch im Wasser

Das Gute liegt so nah, und dennnoch wird es oft verschmäht. Basel etwa, kommt einem meist gar nicht in den Sinn, wenn es um einen City-Trip in die Schweiz geht. Das mondäne Zürich oder das internationale Genf, ja, aber Basel? Ein Fehler, wie sich bei einem Besuch der Stadt am Rhein schnell herausstellt. Wer hinfährt, entdeckt eine charmante, entspannte Stadt, die in Sachen Lebensqualität und besonders beim Thema Kultur und Architektur locker in der obersten Liga mitspielt. Und dass Basel jung und laut und bunt ist, hat es spätestens mit dem ESC im letzten Jahr gezeigt. Basel ist der „Geheimtipp“, der eigentlich gar keiner mehr sein dürfte.

Basel lässt sich prima zu Fuß oder auch mit dem Rad erkunden (Foto: Basel Tourismus)
(Foto: Basel Tourismus/Teddy Verneuil)

Altstadtflair und Kunstgenuss
Basel mit 177 571 Einwohnern ist die unangefochtene Kulturhauptstadt der Schweiz. Mit fast 40 Museen auf engstem Raum hat sie eine Museumsdichte, die weltweit ihresgleichen sucht: das weltberühmte Kunstmuseum Basel, das übrigens die älteste Kunstsammlung der Welt besitzt, das Museum Tinguely und, etwas außerhalb, die Fondation Beyeler und das Vitra Design Museum. Mit der Art Basel, der internationalen Kunstmesse, wird die Stadt jedes Jahr im Juni zum Nabel der globalen Kunstwelt. Und das an einem Ort, der ein weiteres Aushänge- schild der Rheinmetropole betont: moderne Architektur. Die Messe Basel wurde nämlich, wie weitere Gebäude der Stadt, von Basels Star-Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfen und ist ein von Instagramern gehypter Ort. Die Stadt ist ein Spielplatz für internationale Star-Architekten: Zu bestaunen sind spektakuläre Bauten von Richard Meier, Mario Botta oder Renzo Piano. So ist das Stadtbild eine spannende Mischung aus mittelalterlicher Altstadt und mutiger Moderne.

Basel hat einen neuen Fan: Dorit Schambach war begeistert vom entspannten Flair der Stadt und ihren Kontrasten

Basel hat im öffentlichen Raum reichlich Kunst zu bieten, Streetart und Graffiti in allen Ausprägungen. Hingucker Number One ist die Wall Art im Gerbergässlein nahe des Barfüsserplatzes. Diese Wand zeigt Porträts bekannter Rockstars (The Beatles, David Bowie, Bob Marley, ABBA). SPA-inside-Autorin Dorit Schambach schritt mit den Beatles über die berühmte „Abbey Road“.

Basel wird vom Rhein in Grossbasel und Kleinbasel unterteilt. Hier verwinkelte Gassen, das imposante Münster und das über 500 Jahre alte Rathaus am Marktplatz. Dort, im ehemaligen Handwerkerviertel, ein lebendiges Mulitkulti-Wohn- und Industriegebiet und die Rheinpromenade. Was andernorts der Stadtpark, ist den Baslern diese Erholungszone mit Buvetten, Grünflächen, Kieselsteinstränden und Rheinbädern. Der Rhein hat sich zu Basels Lebensader entwickelt, ist wichtiges Naherholungsgebiet und kulturelles Wahrzeichen. Lieb-
linge der Basler und Basel-Besucher sind die vier historischen motorlosen Rheinfähren, mit denen man von einer auf die andere Seite übersetzen kann. Ultimative Basel-Sommer-Erlebnisse sind das Rheinschwimmen und das Brunnenbaden in einem der vielen historischen Brunnen. „Daas isch jo geniall“, sagt der Basler!

(Foto: iStock/aletheia97)

Kurz nachgefragt bei Barbara Saladin

Barbara Saladin ist Journalistin, Reise- und Sachbuchautorin und schreibt Krimis (Foto: Cornelia Biotti)

Basel hat was! Was?
Basel ist – zumindest im Vergleich zu deutschen Städten – eher klein, obschon es die drittgrößte Stadt der Schweiz ist. Die Wege sind relativ kurz, und so lässt sich die ganze bunte Vielfalt dieser Stadt gut zu Fuß erkunden. Basel hat sowohl großstädtisches Flair als auch den Charme einer Kleinstadt. Es ist keine typische Schweizer Stadt, sondern sowohl politisch als auch kulturell von seiner geografischen Lage im Dreiländereck beeinflusst. Es gab mal den Slogan des Stadtmarketings „Basel tickt anders“. Ich finde, das trifft recht gut zu.

Die schönste Aussicht auf Basel hat man von …?
… der Pfalz hinter dem Münster. Die Aussichtskanzel hoch über dem Rhein befindet sich mitten in der Altstadt, ist aber irgendwie aus Raum und Zeit gefallen.

Ihr Lieblingsplätzchen in der Stadt?
In den engen, mittelalterlichen Gassen der Altstadt. Oder aber am Ufer des Rheins; Großbasler Seite (dort ist es zwar schattiger, aber auch viel ruhiger als an der Kleinbasler „Riviera“).

Basels kulinarisches Muss?
Zur Fasnachtszeit „Faschtewaie“. (traditionelles, brezelähnliches Hefegebäck mit Kümmel). Regio-nales Bier aus einer Klein- oder Kleinstbrauerei. Davon gibt es einen ganzen Blumenstrauß.

Sind Sie im Rhein geschwommen?
Ja – aber nicht mehr, seit ich nicht mehr in der Stadt wohne.

Basel in drei Worten …
Charmant, überraschend, liebenswert.

„Basel lässt sich prima zu Fuß erkunden“

Zu Fuß Die Baselkennerin Barbara Saladin hat 12 abwechslungsreiche Streifzüge durch Stadt und Umland zusammengestellt, von vier bis sieben Kilometern Länge. Sie gibt Einblicke in Geschichte und Kultur der Stadt und jede Menge Geheimtipps. Droste Verlag, 2026, 167 S., 16,50 €.


Wohlfühladressen in der Kunstmetropole am Rhein

(Foto: Thomas Ruf)

Grand Hotel Les Trois Rois. Mit dem visionären Design von Herzog & de Meuron feiert Basels Top-Adresse den Kontrast zwischen prunkvoller Tradition und urbaner Exklusivität.

Mit der Eröffnung des aufwendig umgebauten neuen Teils des Grand Hotel Les Trois Rois schlägt die Basler Ikone ein neues Kapitel auf. Die neuen Räume im Annex – einer ehemaligen Bank im denkmalgeschützten Jugendstil – bilden einen spektakulären Kontrast zum luxuriös-eleganten Stil des 1681 als „Herrenherberge und Gasthof zu den drei Königen“ eröffneten Hotels. Die Basler Star-Architekten Herzog & de Meuron haben dem 5-Sterne-Hotel einen zeitgemäßen Look verpasst, Wow-Effekte inklusive. Dazu gehören neben einzigartigen Luxussuiten das coole Banks Bar & Restaurant, Eventbereiche, eine Zigarrenlounge mit 570 handgefertigten Keramikfliesen, glühenden Holzscheiten nachempfunden, und das japanisch inspirierte Seijaku Spa on top. Die Banks Bar spielt charmant mit der Doppeldeutigkeit ihres Namens – er verweist zugleich auf die Geschichte des Hauses als Bank und auf die Lage direkt am Rheinufer.
Eyecatcher im Restaurant, das kulinarisch auf das Sharing-Prinzip und europäisch-asiatische Aromen setzt, ist das poetisch-filigrane Kunstwerk über der Theke. Das Motto des Hauses, „Rich in history, young at heart“, ist hier kein leerer Slogan, sondern ein Versprechen.

Hoch über den Dächern
In Seijaku Spa unter dem Dach des neuen Baus steht alles im Zeichen von Yasuragi, Ki und Ichigo-Ichie: Harmonie, Energie und das bewusste Erleben des Augenblicks. Materialien wie Stein, Holz und Lehm erden, eine kleine Feuerstelle und die Teebar sind Mittelpunkt und Anker. Die Dachterrasse ist zur warmen Jahreszeit, nach einer Sauna- oder Dampfbad-Session, ein luftiger Ort hoch über den Dächern der Stadt. Auf dem Spa-Menü stehen ganzheitliche Behandlungen, individuell zugeschnittene Rituale, auch Zeitkontingente sind buchbar und Shiatsu. Behandelt wird in fünf Räumen mit der Schweizer Naturkosmetik Feuerstein. Zum ersten Geburtstag am Global Wellness Day, dem 13. Juni, will die sympathische wie engagierte Spa Managerin Anastasia Dharmarajah die Gäste mit einem Spa-Event überraschen.
Tradition verpflichtet
Wer durch die hölzere Drehtür tritt und im Grand Hotel eincheckt, darf sich auf ein Ambiente von stilvoller Leichtigkeit und imperialer Eleganz freuen. Herz und kommunikativer Treffpunkt sind die elegante Lobby und die Bar Les Trois Rois. In der ersten Etage lädt die kleine Bibliothek mit ausgewählten (Kunst-)Büchern zum Schmökern ein. Eines der Aushängeschilder des Hauses ist das 3-Michelin-Sterne-Restaurant Le Cheval Blanc. Dort wie auch im stimmungsvollen Ambiente der mit 15 Gault Millau-Punkten ausgezeichneten Brasserie lässt es sich vorzüglich speisen – immer mit Blick auf den Rhein.

(Foto: Olivia Pulver)

Grand Hotel Les Trois Rois
Vom Bahnhof SBB sind es mit dem Auto zum Luxushotel acht Minuten, mit der Straßenbahn S8 bis Haltestelle Schifflände 12 Minuten. Der Flughafen Basel Europort ist sieben Kilometer entfernt. www.lestroisrois.com Übernachtung inkl. Frühstück für zwei Personen Ende Mai in einer neuen, 50 Quadratmeter großen City Junior Suite ab 1525 Euro.


Anders aus Leidenschaft: Im Volkshaus Basel darf sich der Gast auf sinnvollen Luxus freuen, der ganz puristisch daherkommt (Foto: Robert Rieger)

Volkshaus Basel. Das Boutique- und Design Hotel im Herzen des Kleinbasel-Viertels vereint Gastlichkeit, Kunst und Genuss und sieht sich als Treffpunkt für alle – wie schon vor 100 Jahren.

Ist das noch eine Hotel-Lobby – oder schon eine Galerie? Wer den lichtdurchfluteten Raum mit seinem hellen Mosaikboden betritt, wird sofort von der mittig stehenden Skulptur in den Bann gezogen, während sich die Rezeption des Design- und Boutique Hotels Volkshaus Basel fast schon bescheiden im Hintergrund hält. Hier regiert wahrlich die Kunst.
Überall im Haus entdeckt man Werke junger wie namhafter Künstler, viele von ihnen exklusiv für diesen Ort entstanden. Ein Highlight ist die Imi Bar: Dort leuchtet ein sechs Meter breites Glaskunstwerk vom namensgebenden Künstler Imi Knoebel an der Fensterfront. 240 verschiedene Glasfarben wirken je nach Tageslicht immer wieder anders. „Das Zusammenspiel von zeitgenössischer Kunst, Design und Architektur prägt die Identität des Hauses“, verrät mir General Managerin Manuela Voser. Man spürt, dass die Unternehmer Leopold Weinberg und Adrian Hagenbach hier Herzblut investiert haben. Gemeinsam mit dem nahmhaften Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron haben sie dem geschichtsträchtigen Haus 2011 neues Leben eingehaucht.

Verweile doch, es ist so schön
Es ist, das was es schon vor 100 Jahren war: Ein lebendiger Treffpunkt für Genießer, Kreative, Locals und Weitgereiste. Ob für einen schnellen Espresso am Morgen, einen Cocktail nach Feierabend oder ein feines, französisch inspiriertes Dinner in der Brasserie – die Atmosphäre ist unvergleichlich. Mein persönliches Lieblingsdetail: In der Brasserie ist jeder der 130 horgenglarus Holzstühle ein Unikat mit individuell angefertigten Rückenlehnen.
Wer über Nacht bleiben möchte: 45 Zimmer und Suiten in puristischem Design wurden geschaffen. Sanfte Grün- und Grautöne treffen auf weiche Stoffe und warmes Holz. Der Clou beim Betreten: Man geht quasi direkt durch einen Schrank aus schwarz gebeizter Eiche. Dieser ist aber nicht nur Garderobe, sondern beherbergt auch das stilvoll geflieste Bad in „Volkshaus Basel-Grün“.
Es sind diese feinen Nuancen, die das Volkshaus so besonders machen: Nichts ist von der Stange, alles ist ein wenig anders – und genau deshalb so unglaublich inspirierend.

(Foto: Robert Rieger)

Volkshaus Basel
Das Boutique & Design Hotel liegt in Kleinbasel, etwa 9 Autominuten oder 14 Minuten mit der S8 vom Bahnhof SBB entfernt. Zum Flughafen sind es 15 Minuten. www.volkshaus-basel.ch
Eine Übernachtung für zwei Personen kostet Ende Mai ab 260 Euro.


Art House Basel. Designhotel im quirligen Herzen Grossbasels

Verteilt über fünf Stockwerke bietet das Art House, Mitglied der Design Hotels, 33 wohlgestaltete Zimmer mit japanischer Ästhetik und nachhaltigem Anspruch. Sie punkten mit Schlichtheit, natürlichen Materialien, großen Glasfronten und großzügigen Balkonen. On Top gibt es die Rooftop Bar & Lounge mit zwei Terrassen, wo man bereits zum Frühstück den Blick über Basel genießt, abends bei coolen Drinks und heißen Vibes. Kulinarisch verwöhnt Amigos Tapas mit spanischer Küche und Weinen. Das Hotel liegt in der Steinenvorstadt, einer lebendigen Straße mit Bars und Restaurants, ganz in der Nähe der Kunsthalle und des Theaters mit dem Tinguely-Brunnen.

Steinenvorstadt 42, 4051 Basel, www.arthousebasel.ch


Aufmacherbild: Basel Tourismus

Reise-Tipps für die schönsten SPA Metropolen und ausgewählte Hotels stellen wir in der aktuellen Ausgabe SPA inside vor.