Fahrradfahren boomt. Längst wird das Rad nicht mehr nur für die tägliche Fahrt zum Bäcker oder zur Arbeit genutzt. Ob auf großer Fahrt mit dem Tourenrad, auf waghalsigen Trails mit dem Mountainbike oder auf Schotterpisten mit dem angesagten Gravelbike, mit oder ohne Motor – Radfahren ist ein Fitness-Booster, mit einer ordentlichen Portion Spaß im Gepäck.

Der Trend zum Fahrradfahren ist ungebrochen. Mittlerweile gibt es in Deutschland 90,6 Millionen Fahrräder, davon sind 17,2 Millionen E-Bikes. Tendenz steigend. Und die Auswahl an Fährrädern wird auch immer größer: Tourenrad, Mountainbike, Rennrad, Gravelbike, alle Modelle mit und ohne „E’’. Und als praktische Alltagsgefährten kommen noch Lastenräder (oder Cargobikes, klingt cooler) und Falträder dazu. Mit 3,8 Millionen verkauften Bikes im letzten Jahr ist der Absatz zwar leicht zurückgegangen, dennoch bleibt Deutschland ein Radland.

Alltagsstress wegstrampeln
Gründe aufs Rad zu steigen, gibt es viele. Aktuell sind es die hohen Spritpreise, die es zu einer kostengünstigen Alternative zum Auto machen. Mit dem Fahrrad kann man prima den kleinen Einkauf erledigen und wer zum Arbeitsplatz pendelt, spart im Berufsverkehr meist Zeit. Umweltbewusste wissen das längst. Und erst recht alle, die auf ihre Fitness achten. Denn hier kommen Fitness und Freude fast automatisch zusammen. Man bewegt sich, ist an der frischen Luft – und merkt oft gar nicht, wie viel man gerade für seinen Körper tut.
Als Freizeit- und Sportvehikel ist das Rad unschlagbar. Der Alltagsstress lässt sich wunderbar wegstrampeln. Das Natur- und Landschaftserlebnis ist so direkt wie beim Wandern, und kann sehr entschleunigend sein. Außer man setzt bewusst auf Geschwindigkeit und Herausforderung wie beim Mountainbiken über Stock und Stein und steile Downhill-Strecken. Auch Gravelbiker lieben es rasant und bevorzugen bei diesem angesagten Trendsport staubige Schotterpisten im Wechsel mit glattem Asphalt für ihren Adrenalinkick.
Regelmäßig aufs Rad zu steigen, hält Herz und Kreislauf fit, schont die Gelenke und ist Muskeltraining für Oberschenkel, Waden und für das Gesäß – auch schon bei moderater Fahrweise. Weitere Gesundheits-Boni: Radfahren wirkt wie ein natürlicher Stresskiller, denn Bewegung an der frischen Luft macht einfach gute Laune.
Sollten Sie mal Kreuz- oder Knieschmerzen haben, überprüfen Sie Ihren Sattel. Denn für beschwerdefreies Fahren ist eine ergonomische Sitzposition entscheidend: Sattelhöhe, -neigung und Lenkerposition müssen individuell angepasst werden, um Knie, Rücken und Gelenke zu entlasten. Ideal ist eine leicht nach vorne geneigte Oberkörperhaltung, bei der der Sattel etwas höher als der Lenker liegt (sportlich) oder auf gleicher Höhe (komfortabel). Die Lenkerbreite entspricht im besten Fall der Schulterbreite. Bei Mountainbikes ist der Lenker in der Regel breiter, was dem Fahrer eine verbesserte Kontrolle, Stabilität und Ergonomie gibt.

Rasant mit dem Mountainbike über Stock und Stein – Adrenalin pur

Für jeden das richtige Bike

Moutainbike Gemacht für raues Gelände. Dicke Reifen, breiter Lenker und die robuste Bauweise sorgen dafür, dass man steile und unebene Trails lässig überwindet. Stollenreifen sorgen für maximalen Grip, Federgabel und Dämpfer für Kontrolle und Sicherheit. Model: Canyon Spectral:ONfly CF 9 mit TQ HPR 50 Motor, 4499 €. www.canyon.com

Touren- oder Trekkingrad Der bequeme Dauerläufer unter den Fahrrädern. Ist meist komplett ausgestattet: Licht, Schutzbleche, Gepäckträger, Klingel – alles dran. Perfekt für Alltag, Pendeln und Radreisen. Model: Rose Lava 2 Midstep, 11-Gang Nabenschaltung, Carbonriemen, 16,3 kg, ab 1500 €.

Gravelbike Hybrid aus Rennrad und Mountainbike. Leicht, schnell auf der Straße, stabil auf Schotter. Typisch ist der Rennlenker (Dropbar) mit mehreren Griffpositionen sowie die schmalen, aber robusten Reifen. Ideal für lange Schotterstrecken. Model: Rose Backroad FF, 8,2 kg, 4500 €. www.rosebikes.de

Unterschiedliche Bike-Welten
Wer sich heute ein neues Bike anschafft, muss sich zuerst fragen: Wer bin ich und was will ich? Will ich’s kommod und ein Rad für jede Gelegenheit, mit dem man auch längere Urlaubstouren unternehmen kann? Dann ist das Trekkingrad die richtige Wahl. Brauche ich richtig Action und mag es gerne dirty, kommt nur das robuste und geländetaugliche Mountainbike infrage. Und das schnittige und vielseitige Gravelbike passt zu mir, wenn ich gerne schnell auf verschiedenen Terrains fahren möchte. Also, Helm auf, Sonnencreme bitte nicht vergessen, und ab aufs Rad, mit oder ohne Motor.


Ohne Helm geht gar nicht!

Ein Fahrradhelm ist Pflicht. Punkt! Gleich welches Rad Sie fahren, egal wie lange die Strecke ist – Sicherheit geht vor. Denn: Rund 50 Prozent aller schweren Kopfverletzungen bei Radunfällen könnten durch das Tragen eines Helms vermieden werden. Wenn Sie einen neuen Fahrradhelm kaufen: bitte zuerst probieren, denn die Passform ist das wichtigste Sicherheitskriterium, gefolgt vom Einsatzzweck. Ein Helm sollte leicht und gut belüftet sein, muss eng sitzen ohne zu drücken. Finger weg von Helmen ohne die DIN Norm EN 1078 (EU-Standard).

1 Gravelbike: Model Poc Octal MIps, 220 g, 199,95 €. www.poc.com

2 Touren-/Cityrad: Model Casco Cosmo Classic Eden, 228,95 €. casco-helmets.com

3 Mountainbike: Model Uvex react Mips, 129,95 €. www.uvex-group.shop

→ Nach einem Sturz: Fahrradhelm ersetzen!


In vielen biker- und familienfrendlichen Hotels gibt es passende Bikes zum Ausleihen und Tourentipps

Radler willkommen

Diese Hotels lassen Herzen von Radlern höher schlagen

Auch wenn es noch so viel Spaß macht – den ganzen Tag auf dem Fahrrad unterwegs zu sein, ist anstrengend. So viel frische Luft, so viel herrliche Natur und so viel Kraft. Da freut man sich am Ende des Tages auf ein gemütliches Hotel, am besten mit einem schönen Wellnessbereich und hervorragender Küche. Denn nur ein ausgeruhter und gestärkter Körper bringt die Räder in Schwung und schafft eine längere Tagesetappe oder einen anspruchsvollen Trail. Und wenn dann auch noch gut für das Rad gesorgt wird, ist die Radlerseele vollkommen zufrieden. Ein fahrradfreundliches Hotel sollte laut ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V., www.adfc.de) sichere Stellplätze, Trockenmöglichkeiten für Ausrüstung, ein stärkendes Frühstück sowie Werkzeug für kleine Reparaturen bieten. Mit Bett+Bike hat der ADFC eine Qualitätsauszeichnung für fahrradfreundliche Unterkünfte (www.bettundbike.de) in Deutschland, Dänemark, Luxemburg, Belgien, Österreich und Italien geschaffen. Mittlerweile heißen 5900 Beherbergungsbetriebe Radreisende mit ihren Angeboten willkommen.
Wir stellen Ihnen einige Hotels vor, wo Radfahrer und ihr Gefährt bestens aufgehoben sind. Wer nicht mit dem eigenen Rad anreist, kann sich dort Räder leihen:

  • Hotel Sand (Südtirol) – Das Mitglied der Ötzi Bike Academy hat für alle Radtypen jeden Alters die passende Route direkt vor der Tür. www.hotel-sand.com
  • Vinschgerhof (Südtirol) – Mit dem Profi-Guide zur Strapaztour im Nationalpark Stilfserjoch oder zum Downhill-Kracher vom Nördersberg. www.vinschgerhof.com
  • Jezz Almresort Ellmau (Österreich) – Über 350 Kilometer ausgewiesene Rad-, Mountainbike- und Gravelbike-Strecken rund um den Wilden Kaiser in Tirol. www.jezz.tirol
  • Hotel Hasenauer (Österreich) – Fahrradspaß für die ganze Familie in der Bike-Region Hinterglemm. www.hasenauer.at

Das passende Outfit

Hose und Radtrikot aus der Core-Serie von Rhapha bestehen aus recycelten Fasern, sind atmungsaktiv und schnelltrocknend. Das Trikothemd hat drei praktische Rückentaschen, die trägerlose Radhose hat innen eine stoßdämpfendes Sitzpolster. Ideal auch für längere Rides. Hose 120 €, Trikot 89,95 €. www.rapha.cc
Handschuhe Der Handrücken aus luftigem Polyamidgewebe, die Handfläche aus Stretchpolyester für einen guten Grip – der geschmeidige Fahrradhandschuh Ventair von Hestra eignet sich für wärme Tage. 40 €.
www.hestragloves.de
Regenjacke Das Core Rain Jacket von Rapha ist ultraleicht, bietet optimale Sichtbarkeit und schützt gut vor Wind und Regen. 170 €. www.rapha.cc

Kein Muss, aber sehr empfehlenswert: die Fahrradbrille. Sie schützt vor Insekten, Fahrtwind, aufgewirbelten Steinen, Ästen und UV-Strahlung. Besonders beim Mountainbiken kann sie schwere Augenverletzungen verhindern, wie die leichte Brille Perf 500 Photochrom von Decathlon mit großem Sichtfeld. 29,99 €. www.decathlon.de


Die besten Radstrecken

Jedem Radler sein Vergnügen – hier sind unsere aufregende Strecken für Touren-, Mountain- und Gravelbikes:

  • Der Weser-Radweg (D): Perfekt für Einsteiger, da er kaum Steigungen aufweist und herrlich abwechslungsreich ist. 520 Kilometer sind es von Hann. Münden bis nach Cuxhaven an der Nordsee. www.weserradweg-info.de/de
  • Ostseeradweg (DK): 820 Kilometer hyggelige Städtchen und dänische Kultur, Meeresbrise inklusive – ein absoluter Geheimtipp. www.visitdenmark.de
  • EuroVelo 15 (Rheinradweg): Von den Schweizer Alpen bis zur Nordsee – ein europäischer Klassiker, 1450 Kilometer führen durch sechs Länder. www.eurovelo.com/ev15
  • Schwarzwald (D): In Sasbachwalden ist die Schaeffler MTB Arena die Must-Ride-Location für alle Trailfans und Enduro-Mountainbiker. www.bikesport-sasbachwalden.de
  • Finale Ligure (I): Wer das harte Downhill fahren liebt, findet sein Eldorado in Finale Ligure in Ligurien. Über Schotterpiste bis zum Mittelmeer. www.finaleligurefreeride.com
  • Vinschgau (Südtirol/I): Die beliebte Mountainbiker-Region punktet unter anderem mit dem neun Kilometer langen Holy Hansen Trail mit 1000 Höhenmeter. www.vinschgau.net
  • Strade Bianchi (I): Zu den schönsten Schotterstraßen der Welt zählt die „Strade Bianche“ in der Toskana. Ein klassischer Gravel-Radweg durch hügelige Landschaften. tuscanybikeroute.com/de
  • Gravel Salzkammergut (A) Abwechslungsreiche Trails zwischen Dachsteinmassiv, glasklaren Seen und weiten Almtälern. Sowohl für Einsteiger als auch für sportlich ambitionierte Gravelbiker. www.salzkammergut.at

Tipps für die Radreise

Radtasche oder Rucksack – es passt allerhand rein in die Baltimore Bike Bag aus veganem Leder. 59,95 €. web: shop.decovry.com

Um die Urlaubstage auf dem Rad stressfrei zu genießen, ist es wichtig, ein paar Dinge vorab zu klären. Zuerst der Fahrradcheck: Alle wichtigen Teile wie Kette, Bremsen, Reifen und Licht inspizieren, säubern und warten, Sattel richtig positionieren. Wenn Sie mit der Bahn zum Startpunkt fahren, unbedingt rechtzeitig Ihr Ticket buchen und einen Fahrradplatz reservieren. Legen Sie auch die Länge der Tagesetappen fest. 30 bis maximal 60 Kilometer sind gut machbar, mit E-Bike und je nach Fitnesslevel können es auch mehr sein. Mehr Tipps gibt es beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V. www.adfc.de/auf-tour


Buchtipp

Wer’s nicht schon wusste … Tyler Benedict gibt Ihnen Antworten auf alle Fragen rund um Rennrad, Mountainbike oder E-Bike. Wie repariert man Schäden unterwegs am besten? Was ist der richtige Sattel? Wie pflegt man sein Bike richtig etc.
Wiley-VCH Verlag, 2026, 352 S., 19,99 €. www.wiley-vch.de

Aufmacherbild: Alex Moling


Weitere Tipps zu einem gesunden Lifestyle und neue Fitness-Trends finden Sie in der aktuellen Ausgabe SPA inside.