Arbeiten, wo andere Urlaub machen – für kaum eine Branche trifft dies so sehr zu wie für die (Wellness-)Hotellerie. Allerdings scheinen die Arbeitsplätze im Spa in jüngerer Zeit an Glanz verloren zu haben. Arbeitszeiten jenseits von Nine to Five, auch an Wochenenden und Feiertagen, kommen gerade bei der jüngeren Generation nicht immer gut an. Dabei eröffnen sich bei einer cleveren Karriereplanung viele attraktive Möglichkeiten, von der Arbeit in einem Luxus-Hotel über ein Kreuzfahrtschiff bis hin zur Leitung eines renommierten Spas.
Für viele beginnt der Weg in die Wellnessbranche mit einer Ausbildung zur Kosmetikerin. Dabei gibt es zwei Optionen: Die staatlich anerkannte Ausbildung, die gewöhnlich zwei bis drei Jahre dauert, dual erfolgt und mit einer Ausbildungsvergütung verbunden ist. Oder die kostenpflichtige Ausbildung an einer privaten Schule, die in der Regel ein bis zwei Jahre dauert und sowohl in Voll- als auch in Teilzeit absolviert werden kann. Allerdings schwanken hier sowohl die Ausbildungskosten als auch das Niveau stark. Ein genauer Blick auf die Lerninhalte und Zertifizierungen lohnt sich – sowohl für potenzielle Auszubildende als auch für Hoteliers auf der Suche nach einer gut ausgebildeten Kosmetikerin. Eine weitere Ausbildung, die den Weg in die Wellnesshotellerie ebnet, ist die zum Physiotherapeuten. Sie findet an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsfachschule statt und dauert gewöhnlich zweieinhalb bis drei Jahre. Auch hier können die Kosten differieren, je nachdem, ob man an einer kostenfreien staatlichen oder an einer gebührenpflichtigen privaten Schule ausgebildet wird. Im Gegensatz zur (privaten) Kosmetikausbildung ist diese aber festen Standards unterworfen und mündet in der staatlichen Anerkennung – eine gute Referenz für den Absolventen und ein Qualitätsmerkmal für Hoteliers aus Mitarbeitersuche. Auch die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister dauert bis zu drei Jahre und endet mit einer staatlichen Prüfung.

Wer eine dieser Ausbildungen absolviert hat, kann in einem Spa arbeiten. Und er kann auf diesen Grundlagen aufbauen und sich kontinuierlich weiterbilden, sei es nach persönlicher Interessenlage oder entsprechend den Bedürfnissen des jeweiligen Hauses, in dem er arbeitet. Für Arbeitgeber bietet dies umgekehrt die Möglichkeit, Mitarbeiter bedarfsgerecht weiterbilden zu lassen.
Man kann damit auch gezielt Anreize schaffen, um gute Mitarbeiter zu akquirieren bzw. zu halten. Zahlreiche Anbieter halten ein vielfältiges Weiterbildungsangebot in den Bereichen Wellness, Gesundheit, Sport und Fitness vor, vom Sauna-Meister über den Schlaf-, Atem- oder Ernährungscoach bis hin zum Resilienz- oder Fitnesstrainer. Vielfältig ist auch die Auswahl an Trainings und Schulungen im Bereich Kosmetik, Wellnessmassagen und Treatments. Bei all diesen Angeboten lohnt es sich zu vergleichen, denn sie variieren in Dauer, Zertifizierungen, Fördermöglichkeiten und nicht zuletzt im Preis. „Viele Angebote werden als Inhouse-Schulungen umgesetzt und sind eher Trainings für das gesamte Team – Produktschulungen, spezielle Anwendungen, Service oder Verkaufsschulungen“, erläutert Simon Kellerhoff, Leiter Sales & Marketing von IST (bitte verlinken zu www.ist.de). Das Düsseldorfer Studieninstitut reagiert regelmäßig auf Trends und Entwicklungen in der Wellnessbranche und nimmt neue Angebote in sein Programm auf, aktuell die Fortbildung Longevity Coach. Königsdisziplin aller Aus- und Weiterbildungen im Wellnessbereich ist der Spa-Manager. Hier gilt dasselbe wie bei allen anderen Aus- und Weiterbildungsangeboten: Vergleichen, Inhalte prüfen, Zertifizierungen checken. Und dann planvoll den Weg zum Ziel ebnen.

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Im Gespräch mit Lorena Valido, Kosmetikerin bei sea chefs
Staatliche Fördermöglichkeiten
Prüfen Sie zunächst, ob eine Förderung über die Agentur für Arbeit infrage kommt. Für Arbeitsuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen kann ein Bildungsgutschein relevant sein. Damit können, je nach individuellen Voraussetzungen, berufliche Weiterbildungen oder Umschulungen gefördert werden. Für höherqualifizierende berufliche Fortbildungen kann außerdem das Aufstiegs-BaföG infrage kommen. Es unterstützt berufliche Aufstiegsfortbildungen und kann Zuschüsse zu Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie bei Vollzeitmaßnahmen Unterstützung zum Lebensunterhalt umfassen. Für besonders leistungsstarke junge Fachkräfte nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung ist zudem das Weiterbildungsstipendium interessant, ein dreijähriges Weiterbildungsbudget für junge Fachkräfte, mit dem berufliche Weiterentwicklung finanziell unterstützt werden kann. In der Förderdatenbank des Bundes (www.foerderdatenbank.de) oder im Nationalen Onlineportal für berufliche Weiterbildung (https://mein-now.de/) kann man nach weiteren Förderprogrammen von Bund, Ländern und EU sowie passenden Fördermöglichkeiten für berufliche Weiterbildung schauen.
Darauf sollten Sie bei der Auswahl des Anbieters achten
- Ein seriöser Anbieter macht transparent, welche Inhalte vermittelt und welche Lernziele erreicht werden, wie hoch der Praxisanteil ist, welche Qualifikation die Dozenten haben und welcher Abschluss vergeben wird.
- Branchenbezug und Praxisnähe sind entscheidend. Gute Anbieter kennen die Spa- und Hotelpraxis, arbeiten mit erfahrenen Dozenten, bieten flexible Lernmodelle und unterstützen die Teilnehmer während der Weiterbildung.
- Besonders wertvoll sind Weiterbildungen, die nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern auch dazu befähigen, Angebote wirtschaftlich, serviceorientiert und konzepttreu umzusetzen.
- Auf Referenzen achten! Bestenfalls kennen Sie jemanden persönlich, der gute Erfahrungen gemacht hat, oder finden entsprechende Bewertungen auf unabhängigen Plattformen.
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