Vom Schokoladenbad mit Mama bis hin zu Stressmanagement: Immer mehr junge Menschen und Familien sehnen sich nach Wellness-Auszeiten. Da kommen die neuen Konzepte mit Angeboten für Babys, Kinder und Teenager gerade richtig.

Neugierig steckt mein Sohn seine Zehen ins Badewasser, das im Spa-Menü als „Milch- und Schokoladentraum“ angekündigt wird. Kurz darauf rutscht er mit seiner bunten Badehose in die große Hydrotherapiewanne, in der sich Schaum, farbiges Licht und warme Milch mischen. Es folgt eine Massage mit einem nach Schokolade duftenden Öl (nein, nicht mit Schokolade, wie von meinem Sohn erhofft). Die Therapeutin erkundigt sich, ob alles passt, fragt, ob der Druck nicht zu fest ist und die Temperatur stimmt. Sie ist speziell für Kinderbehandlungen ausgebildet und betreut im Familienresort Aki Plose täglich mehrere junge Gäste, die laut ihren Eltern einfach einmal verwöhnt werden sollen. Der Blick auf diese Szene zeigt: Wellness wird längst von einer neuen Generation entdeckt: Nach aktuellen Informationen der Unternehmensberatung McKinsey investieren vor allem junge Menschen zwischen 13 und 44 Jahren gerne mehr Geld in Selfcare und Wohlbefinden. Von Vitamininfusionen über Massagegeräte bis hin zu Longevity-Treatments und Tech-Gadgets – die Bandbreite der Behandlungen und Konsumgüter, für die die neuen Generationen gerne Geld ausgeben, wächst fast genauso beständig wie der Markt selbst.
Ein Grund dafür könnte sein, dass jüngere Generationen stärker unter Belastungen leiden. Studien zeigen, dass sie häufiger über gesundheitliche Probleme, Erschöpfung oder mentale Schwierigkeiten berichten. Laut DAK-Präventionsradar von 2024 fühlt sich mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn regelmäßig erschöpft. Der DAK-Gesundheitsreport 2025 weist zudem darauf hin, dass depressive Symptome besonders häufig bei der Generation Z auftreten. Ursachen sind unter anderen hohe Erwartungen an Karriere und Selbstverwirklichung, Orientierungsschwierigkeiten beim Berufseinstieg sowie globale Krisen wie Klimawandel oder Kriege. Auch die intensive Nutzung sozialer Medien trägt dazu bei.
Diese Generationen suchen daher nach Wegen, Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Auch wenn die Ansätze der Altersklassen dafür teilweise sehr unterschiedlich sind – schließlich reicht die Studie von den ab 1980 geborenen Millennials (Generation Y) über die Gen Z bis zu den ab 2012 geborenen Alpha-Kindern –, eint sie doch eines: Sie (oder ihre Eltern) geben ihr Geld gerne für Wellnessreisen aus.

Familien erobern das Spa

Eine Befragung unter Hoteliers zeigt, dass die Nachfrage von Familien nach Wellnessangeboten deutlich gestiegen ist. Auch Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bestätigen diesen Trend: Innerhalb eines Jahres erhöhte sich der Anteil der Familien, die Wellnessurlaub buchen, von elf auf 18 Prozent.
Viele Hotels haben ihr Angebot deshalb erweitert. Häufig gibt es inzwischen eigene Spa-Bereiche für Kinder oder bestimmte Zeiten, in denen Familien das Spa gemeinsam nutzen können. Manche Häuser gehen noch einen Schritt weiter und positionieren sich komplett als Familienwellness-hotels. Dort sorgen Babysitter-Service, Rundumverpflegung und separate Adults-only-Bereiche dafür, dass Eltern sowohl Zeit für sich als auch gemeinsame Momente mit ihren Kindern genießen können.

Gemeinsame Zeit,
die sich gut anfühlt


Kinder! Auf zum Entspannen …
Im „AKI Plose“ in Südtirol hat sich das neue Wellnesskonzept für die ganze Familie bereits bewährt. Eltern und Kinder schwitzen gemeinsam beim „Lavendel-Honig-Peeling“ oder üben beim „Family Yoga“ lustige Tier-Asanas. Wer mehr will, bucht gleich ein Family-Spa-Paket mit Maniküren, Massagen und gemeinsamen Bädern. Spa-Managerin Mariachiara Giambra erklärt: „Unsere Anwendungen wie ‚Sweet Sensation‘ oder ‚Schokoladetraum‘ sind gut gebucht und darauf ausgelegt, schon die Jüngsten auf spielerische sanfte Weise an die Welt des Wohlbefindens heranzuführen – natürlich immer in Begleitung der Eltern.“

Mit Ringelblume, Schafgarbe und Sheabutter pflegt die hauseigene Pflegelinie des Aki Family Resorts die Kinderhaut streichelzart.

Aki Family Resort Plose Mitten in der wunderbaren Bergwelt der Dolomiten gelegen, bietet dieses Familienresort alles, was sich Eltern und Kinder im Urlaub wünschen. Dazu gehören ein Kids-Club mit liebevoller Betreuung, Bastel- und Backprogramme, eine Wasserwelt mit Rutschen für gemeinsame Aktivitäten und sogar ein eigener kleiner Streichelzoo mit Alpakas. Nach den regionalen Schlemmereien am Abend, laden gemütliche Familiensuiten zum Entspannen ein. Oder die Eltern ziehen sich im abgeschiedenen Wald-Spa zu einem Sound Bath oder Zirbenaufguss zurück. www.aki-plose.com


Wer kein reines Familienhotel bucht, kann in Luxushotels und Resorts oft ebenfalls gut aufgehoben sein. Ein Beispiel: „Das Edelweiss“ im österreichischen Großarl. Das Hotel versteht es seit vielen Jahren, Familien, Paare und Alleinreisende unter einen Hut zu bringen. Dafür haben die Gastgeber zusätzlich zu den vorhandenen Adult-Spabereichen mit Saunen und Behandlungsräumen einen großen Familien-Spa mit Wasserrutschen, Baby- und Kinderbecken, Wasserspielplatz und Textilsaunen errichtet.

(Foto: Dengler Matthias)

Edelweiss Salzburg Mountain Resort „Quality Time“ miteinander verbringen: Das wird in Großarl im Salzburger Land groß geschrieben. Daher bietet das Haus genau die richtige Balance aus Aktiv-Zeit, Entspannen und Genuss für alle. Beispiele? Da wären etwa die Ski-in-Ski-out-Lage, gleich fünf Wasserrutschen und mehrere Pools sowie Spielebereiche inklusive Kidsclub, Trampolinen und Jugendpark. Relaxen können Groß und Klein dann bei wunderbaren Behandlungen im Spa (ganz neu: Icoone-Laserbehandlungen) oder in den modernen Saunen des Familien- oder Adults-only-Bereichs. Kulinarisch überraschen regionale Speisen am überdimensionalen Frühstücksbuffet und beim abendlichen 4-Gänge-Menü. Wer sagt schon „nein“ zu einem luftig-fluffigen Kaiserschmarrn? Eben! www.edelweiss-grossarl.com


Mit Kindern wird jede Reise
ein kleines Abenteuer

Quellenhof Luxury Resort Passeier Im 5-Sterne-Resort im Passeiertal wird Familienurlaub jetzt noch actionreicher: Ein neuer Ninja Warrior Parcours lädt Kinder dazu ein, sich wie kleine Actionhelden über weiche Hindernisse, Balancierstrecken und Hängeelemente zu bewegen. Spielerisch werden so Gleichgewicht, Koordination und Mut trainiert. Der Parcours ist Teil des großen Action Parks, der mit Kletterwand, Trampolin-Elementen und interaktiven Bewegungsstationen Bewegung und Gaming verbindet. Das weitläufige Resort zählt zu den vielseitigsten Familienhotels Südtirols. Wasserwelten mit Rutschen, Kinderclub, Sportangebote und ein großer Spa-Bereich sorgen dafür, dass Eltern Erholung finden, während junge Gäste aktiv bleiben. Der neue Parcours ist ein weiteres Highlight im riesigen Freizeitangebot. www.quellenhof.it


Doch wie sieht es bei Teenagern aus? Auch für sie entwickelt die Branche derzeit neue Konzepte. Laut „Global Wellness Summit“ könnten vor allem Angebote wie Klangtherapie, Meditation und Naturerlebnisse dazu beitragen, die angeknackste Stimmungslage vieler Jugendlicher zu verbessern – und helfen, das Handy einmal beiseite zu legen.Denn schon bei den 12- bis 13-Jährigen besitzen rund 81 Prozent ein eigenes Smartphone. Dr. Catarina Katzer vom Institut für Cyberpsychologie und Medienethik in Köln sieht darin einen wichtigen Einflussfaktor: „Soziale Medien fördern ständige Vergleiche mit anderen Menschen. Vergleiche gehören zwar zum Leben, doch Plattformen wie Instagram oder TikTok verstärken sie erheblich. Das kann das Selbstbild junger Menschen beeinträchtigen und soziale Beziehungen stark beeinflussen.“
Programme für Digital Detox, Stressbewältigung oder Coaching sollen hier gegensteuern. Einige Hotels testen bereits neue Angebote. So wie das „Ikos Andalusia“. Dort können sich Teenager ab 12 Jahren bei einer „Soothing Neck Massage“ den „Handy-Buckel“ wieder weichkneten lassen. Ansonsten bieten zahlreiche Teenagerprogramme zumindest die dringend benötigte Offline-Zeit – zum Beispiel die „Bear Grylls Survival Academy“ im „Sani Resort“ in Griechenland. Dort lernen junge Gäste, sich ohne Handy in der Natur und in Extremsituationen zurechtzufinden. Der „Global Wellness Summit“ sieht hier noch großes Potenzial. In den kommenden Jahren dürften daher noch mehr professionelle Angebote speziell für Jugendliche entstehen.


Viel Freiraum

Ein Ort, der Familienzeit neu denkt: Im Mia Alpina im Zillertal verbinden sich alpiner Lifestyle, durchdachte Architektur und überraschend viel Raum für individuelle Bedürfnisse.

Das familiengeführte Haus wurde gerade zu den besten Familienhotels Österreichs gewählt

Im Mia Alpina im Zillertal fühlt sich Urlaub mit dem Nachwuchs angenehm leicht an. Das Haus verbindet alpinen Lifestyle mit Rückzugsorten für jedes Alter – modern, warm und mit viel Sinn für Details. Schon beim Ankommen entsteht dieses Gefühl von Weite: helle Räume, natürliche Materialien, klare Linien und viel Holz, das den Zimmern eine ruhige, zeitlose Atmosphäre gibt. Besonders die großzügigen Family Suiten bieten Raum für Nähe und gleichzeitig kleine Freiräume – praktisch, ohne auf Ästhetik zu verzichten. Tagsüber verteilt sich das Leben ganz entspannt im Haus. Die Kinder lieben die 4500 Quadratmeter große Erlebniswelt mit Boulderwand, Ninja Parcours, Kreativbereichen und liebevoll gestalteten Spielzonen – vom Babybereich bis zum Abenteuerspiel. Dazwischen lockt Woody’s Activity Pool mit Rutsche, während draußen die Bergwelt direkt vor der Tür beginnt.

Für Erwachsene entsteht im Penthouse Panorama Spa ein ganz anderer Rhythmus. Infinity-Pool, Zirben-Spa und Yogaraum schaffen einen stillen Kontrast zur lebendigen Familienwelt – mit weitem Blick über das romantische Zillertal. Kulinarisch bleibt das Mia Alpina angenehm unaufgeregt: regionale Produkte, moderne Handschrift, viel Frische.
Besonders spürbar ist die Haltung des Hauses: Familienzeit darf aktiv sein, laut, entspannt und stilvoll zugleich. Genau diese Balance macht das Mia Alpina zu einem Ort, an den man gern zurückdenkt und noch lieber einfach wiederkommt. www.mia-alpina.at


Natururlaub bewusst erleben

France 4 Naturisme Bewusst reisen, Ressourcen respektieren und Natur intensiver erleben: Naturismus zeigt sich heute überraschend zeitgemäß. Ein Beispiel ist Sérignan Plage Nature an der Mittelmeerküste im Süden Frankreichs. Der Campingplatz entstand aus der Idee lokaler Landwirte, Tourismus und Landschaft in Einklang zu bringen. Bis heute prägen kurze Lieferketten, regionale Kooperationen und der respektvolle Umgang mit dem geschützten Küstengebiet das Konzept. Direkt hinter der Düne gelegen, verbindet die Anlage Naturerlebnis mit Komfort – gewohnt wird in Cottages, Chalets oder auf großzügigen Stellplätzen im Grünen. Ein rund 2800 Quadratmeter großer Balneotherapie- und Wellnessbereich mit Pools und Anwendungen ergänzt das Angebot.
Familien finden hier eine entspannte Atmosphäre mit Kinderclubs und Freizeitmöglichkeiten, die gemeinsames Erleben in den Mittelpunkt stellen. Naturismus wird dabei nicht als Provokation verstanden, sondern als ruhige, achtsame Form des Reisens, die Körpergefühl und Naturverbundenheit stärkt. Auch die weiteren Plätze von France 4 Naturisme greifen diesen Ansatz auf: In Bélézy fördern Workshops das Umweltbewusstsein, Arnaoutchot setzt auf Gemeinschaftsgärten, während La Sablière in einem weitläufigen Naturgebiet zur Begegnung mit regionaler Flora und Fauna einlädt. Insgesamt sechs Standorte stehen für Familienurlaub, der Naturerlebnis und Verantwortung entspannt miteinander verbindet. www.france4naturisme.com


Hier fühlen sich alle pudelwohl: Klare Linien, helles Holz, sanfte Farben bei den Räumen für die Kids und den Lounges für die Großen.
(Fotos: Manuel Pale)

Familienluxus in den Alpen

Das elegante Schlosshotel Fiss ist ein Ort, an dem Familienurlaub mühelos stilvoll wirkt.

Hoch über dem Tiroler Inntal, auf dem Sonnenplateau von Fiss, verbindet das Refugium alpinen Rückzug mit überraschend urbanem Designgefühl. Gewohnt wird in rund 135 Zimmern und Suiten mit großzügigen Grundrissen, einige mit eigener Sauna oder Familien-Extras wie getrennten Schlafbereichen.
Herzstück ist das 5000 Quadratmeter große Spa, das unterschiedliche Bedürfnisse gekonnt vereint: Während Kinder im Splash-Rutschenbereich Energie loswerden oder im Family Spa spielerisch erste Sauna-Erfahrungen sammeln, genießen Erwachsene ruhige Momente im Adults Spa.
Die Wasserwelt Aqua Monte ergänzt das Angebot um helle Pools, großzügige Ruheräume und viel Platz zum Durchatmen. Mit gutem Gespür für Gestaltung wurde auch der Kidsclub neu gedacht: Maskottchen Monti, ein Bergkristall, begleitet Kinder ab zwei Jahren durch betreute Workshops, Rückzugsnischen, Kletterelemente und Spielräume, die Bewegung, Kreativität und die Eigenständigkeit fördern.
Ein Highlight ist sicher auch die Küche: Die Kitchen Crew arbeitet eng mit Produzenten aus der Umgebung zusammen und verwandelt saisonale Zutaten – vom Frühstück über Themenbuffets bis zum mehrgängigen Abendmenü – zu herrlichsten Gerichten. Der hauseigene Beef Club wurde 2024 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Serviert wird Fleisch aus Österreich und von ausgewählten internationalen Produzenten – das schmeckt groß und klein. www.schlosshotel-fiss.com


Das Ziel all dieser Angebote ist es, sich – ob groß oder klein – eine bewusste Pause vom Alltag zu nehmen und Zeit mit der Familie zu verbringen, die Bande zu stärken und so schon früh Resilienz aufzubauen.

Aufmacherbild: AKI Resort Plose/Alex Filz