Kunst und Duft aus dem Urban Space

Bei Urban Scents wird mit internationalem Background und Fokus kreiert: Die Französin Marie Urban-Le Febvre ist Parfumeur Créateur der Parfums, ihr Mann Alexander, ein langjährig für internationale Dufthäuser tätiger Branchenexperte aus Österreich, steht engagiert zur Seite. Beide verbindet die Leidenschaft zum Fliegen. Urban Scents macht dieses Faible in Geschichten und durch feine Details greifbar – etwa durch den Propeller, der die Parfumflakons ziert. An der ISIPCA, der international renommierten Parfumeursschule in Versailles (im Jahre 1970 von Jean-Jacques Guerlain ins Leben gerufen), hat Marie Urban-Le Febvre studiert und die mehrjährige Ausbildung zur Parfümeurin engagiert und zielstrebig durchlaufen. In zahlreichen Projekten hat sie Erfahrungen gesammelt, die sie nun schwerpunktmäßig für Düfte von Urban Scents umsetzt. Dabei legt das Kreativpaar Urban viel Wert auf nachhaltige Wertigkeit in allen Belangen: Die Kooperation mit dem namhaften südfranzösischen Dufthaus „Art et Parfum“, welches vor über 70 Jahren durch Edmond Roudnitska (Parfümeur zahlloser Klassiker von Dior, Rochas und vielen weiteren Marken) gegründet wurde, ermöglicht den Zugriff auf außergewöhnliche Materialien. Die tiefblauen Flakons sind handgemacht und stammen aus einer Glasmanufaktur in Nordfrankreich. Die vernickelten Messingkappen werden in Italien geformt. Kreativität, Qualität und Hintergrund werden stets betont und sind für Kunden haptisch und olfaktorisch bemerkbar. Wie kann man sich den kreativen Prozess, ein neues Parfum entstehen zu lassen, vorstellen? Marie Urban-Le Febvre erklärt: „Die Kreation beginnt mit einer Inspiration. Diese kann von einer Reise, einem Spaziergang im Herbst, einem Bild, einer Situation, einer Geschichte oder auch einem besonderen Rohmaterial kommen.“

Ein Notizbuch voller Ideen Inspirationen hält sie fest, um sie weiter zu entwickeln. „Ich mache mir Notizen in einem kleinen Buch, die ich ergänze – und wieder zur Hand nehme, wenn ich in meinem Labor arbeite“, so die Französin. „Ich versuche, meine Kreationen so linear wie möglich zu machen, mich dabei bei einem neuen Projekt auf ein paar Inhaltsstoffe zu konzentrieren, um die herum der Duft aufgebaut wird. Diese Inhaltsstoffe wollen wir dann auch kommunizieren und dem Kunden näherbringen.“ Mit dieser Philosophie und Einstellung – Reduktion der Anzahl von Inhaltsstoffen und Betonung der Materialqualität – geht Urban Scents neue Wege, um das Interesse des Kunden für das Luxusgut Parfum zu wecken und die Hintergründe zu erläutern. Was Inhaltsstoffe anbelangt, so hat die Kreateurin ein Faible für die Natur. „Für mich ist es ist besonders reizvoll, mit natürlichen Inhaltsstoffen zu arbeiten. Sie sind extrem komplex und man muss sehr behutsam mit ihnen umgehen. Ein Beispiel ist die Vanille – ein besonders facettenreicher Rohstoff, den wir hauptsächlich wegen des Vanillins als Aroma gut kennen. Mich hat es sehr gereizt, die würzige und sinnliche Seite, die wir in der Essenz der Schote finden, in einem neuen Duft umzusetzen.“ Dabei werden auch weniger fokussierte Aspekte und beste Qualitäten für Düfte neu interpretiert: „Die Essenz von Rooibos habe ich das erste Mal in einem Parfum eingesetzt. Ein tolles Material, mit seinen warmen würzigen Noten von Heu und rotem Tee. Ich habe die beiden kombiniert in unserem neuen Duft Dark Vanilla.“ Die Herkunft und Gewinnung von Inhaltsstoffen wird gerade von Parfümeuren oft exakt betrachtet und mitunter kritisch beäugt. Marie Urban-Le Febvre nennt einige Beispiele, wie ihre Kreativität durch die ausgewählte Herkunft und Gewinnung der Essenzen unterstrichen wird: „Vetiver! Ich habe schon in der Parfümeurschule meine Abschlussarbeit über dieses tropische Süßgras angefertigt. Ein Teil meiner Familie kommt aus La Réunion, einer kleinen Insel im Indischen Ozean östlich von Madagaskar. Von da kommt die feinste Vetiver-Qualität. Nachdem es dort aus Kostengründen nicht mehr kultiviert und destilliert wird, haben wir eine Parzelle gemietet und bauen dort unser eigenes Vetiver an. Von einem Experten wird es für uns destilliert – wir haben ihn sogar aus dem Ruhestand zurückgeholt! Das Material ist so absurd teuer, aber einfach unvergleichlich in seiner Qualität.“ So wird deutlich, worum es im Familienbetrieb geht: „Es ist für uns absolut wichtig, Kleinstbetriebe und ihr Handwerk zu unterstützen und damit ein bisschen gegen den Strom zu schwimmen.“

Das Labor ist einsehbar

Diesem Verständnis folgt auch die Präsentation der Düfte. In Berlin-Charlottenburg ist das Labor von Marie Urban-Le Febvre in einem kleinen Galerieraum untergebracht, „Urban Space“ genannt. Hier werden Kunst und Duft zusammengeführt. „Die Zusammenarbeit mit Künstlern ist besonders inspirierend. Die letzte Kollaboration war ‚Vintage Spirit‘ mit dem französischen Künstler Francois Cadière. Eine Serie von fünf Düften, die exklusiv als Limited Edition im Store verkauft wird.“ Zugleich ermöglicht das Labor im rückseitigen Bereich der Galerie Einsichtmöglichkeiten, Informationsaustausch und Gespräche mit Galeriebesuchern und Kunden – ein Mehrwert, der das Zielpublikum anspricht. Auch für weitere Marken hat die Parfümeurin Düfte kreiert. „Für mich sind Projekte besonders interessant, die irgendwie anders sind“, so die Duftexpertin. „So haben wir für die Ausstellung ‚Luxus in Seide‘ im Germanischen Museum in Nürnberg einen Duft zu einem Seidenkleid aus 1760 kreiert, nur mit Inhaltsstoffen, mit denen auch Parfümeure der damaligen Zeit arbeiteten, wie Florentiner Schwertlilie, Orangenblüte, Narzisse, Heliotrop, Moschus und Zibet. Aktuell arbeiten wir gerade an einer Ausstellung mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz über Persische Teppiche im Museum für Islamische Kunst, eher Geruch als Duft.“

„Das wahrscheinlich wichtigste Projekt, das unserer ganzen Arbeit mit den Sinnen einen tieferen Sinn gibt, ist die Zusammenarbeit mit einer Klink, wo es um Verbesserung der Luft- und Lebensqualität bei Kranken geht.“ Zudem deutet sie ein Projekt in naher Zukunft an, über das jedoch noch nicht gesprochen werden kann. Wir dürfen gespannt sein, welche markanten Duftprojekte in nächster Zeit aus der Feder der kreativen Französin in Berlin hervor gehen werden.

Die Leidenschaft für erlesene Düfte und das Schaffen neuartiger Kompositionen stehen im Zentrum von Urban Scents. Mit Parfümeurin Marie Urban-Le Febvre sprach Dr. Bodo Kubartz über lineare Düfte, Qualität und die Verbindung zur Kunst. Im Galerieraum „Urban Space“ in Berlin führt Urban Scents Kunst und Duft zusammen.

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