Wo bitteschön geht es hier nach oben? Mit dem Fahrstuhl heute mal nicht. Man sollte das freundliche Angebot des Personals ablehnen, um auf sein Zimmer zu gelangen und die Treppen nehmen. Denn so bekommt man den besten ersten Eindruck vom Nobis-Hotel in Kopenhagen: Der Weg nach oben, die „Karriereleiter“ auf die renommierten Bühnen und in die Konzertsäle nämlich, wurde im imposanten Haus am breiten Hans-Christian-Andersen-Boulevard tausendfach beschritten. Hier sind sie alle entlang gegangen, die aufstrebenden jungen Talente, die am Königlich Dänischen Konservatorium unterrichtet wurden. Über Jahre hinweg war das Gebäude die erste Adresse des Landes schlechthin, was die Ausbildung in Gesang und Tanz betraf. Dann zog das Konservatorium aus, stand der Bau lange leer. Bis er voriges Jahr als Hotel seine Pforten öffnete: rundum saniert und blitzblank aufpoliert.

Zurück zum Weg nach oben – in eines der 75 Zimmer und Suiten des Hotels. Auch heute noch ist er ein Erlebnis für sich: breite Treppen mit Blick auf das verzierte Geländer, hohe Decken samt Stuck sowie lange Lampen, die von oben unterm Dach bis hinab ins Untergeschoss reichen … Kein Wunder, dass sich Gäste manchmal fragen: Ist das Nobis überhaupt ein Hotel? Oder vielleicht doch eher ein Museum? Vielleicht ja von beidem etwas. Denn es gibt tatsächlich überall etwas zu schauen und bestaunen. Und doch ist es eine noble Herberge, in deren weichen Betten es sich himmlisch entspannen lässt. Zum Beispiel mit Blick aus dem Fenster bei Nacht auf die kleine Seitenstraße, an der der Haupteingang ist. Dort gegenüber liegt ein echtes Museum, dessen große Kuppel eindrucksvoll beleuchtet wird: Die Ny Carlsberg Glyptotek beherbergt eine riesige Sammlung an Skulpturen, dazu Skurrilitäten wie bei Ausgrabungen gefundene Ohren oder Nasen aus Marmor, die einst zu Statuen gehörten. Klingt leicht gruselig,
ist aber wirklich spannend anzuschauen. Pflichtbesuch also für viele Gäste des Nobis-Hotels.

Wellness auf Wunsch

Moderne Kunst dagegen findet sich drinnen im Hotel – fröhliche dänische Holzfiguren etwa, die als Dekoration im Lesesaal im Foyer oder in manchen Zimmern stehen. Soll es lieber klassisch-elegant zugehen? Dann ab ins Untergeschoss ins Wellness-Areal, wo Sauna, ein kleiner Pool, Ruheliegen stehen und kühle Steinoptik dominiert. Für Massagen und Behandlungen arbeitet das Nobis mit externen Therapeuten zusammen. Sie kommen auf Wunsch ins Haus. Ganz so wie die Musiker, die auch heute noch manchmal zu erleben sind. Wenn auch nur noch für private Konzerte und Events, bei denen der Geist des Konservatoriums erwacht … Fast wie früher. Möglich gemacht wird das in der größten der Suiten. Sie war früher der Saal, in dem vorgetanzt und -gesungen wurde.

Tipp: Kopenhagen ist eine Fahrradstadt, was sich auch im Nobis-Hotel widerspiegelt: Auf der Terrasse hinter dem Haus stehen Fahrräder, um die Gegend zu erkunden. Abends geht es dann ins Restaurant Niels, wo Chefkoch Casper Sundin Gourmets mit französischer und nordischer Küche verzückt. Höchstleistungen sind eben gefragt im Nobis.

Nobis Hotel Copenhagen
Mitglied der Design Hotels. Das Hotel findet man direkt neben der Ny Carlsberg Glyptotek, einer antiken Skulpturensammlung. Der Hauptbahnhof ist zu Fuß etwa 10 Minuten entfernt.
www.nobishotel.dk

Das komplette Special über Kopenhagen wurde in SPA inside 3/2018 veröffentlicht – auch als E-Paper erhältlich!