Die Städte ebenso morbide wie gemütlich. Das Leben: entspannt! Und über allem thront der Ätna. Eine Reise an die Spitze des italienischen Stiefels – auf die größte Insel des Mittelmeers. Wir haben für euch Tipps für eine Tour über die Insel zusammengestellt.

Startpunkt Palermo

Die Metropole im Nordwesten ist dank des Flughafens (einer von vier auf Sizilien) oft erstes Ziel von Urlaubern. Von dort geht es im Mietwagen (z. B. von Auto Europe) zu den Sehenswürdigkeiten der Insel. Planen Sie unbedingt einen Besuch in Palermo ein, einst schönste Residenzstadt Europas. Heute reichlich morbide, aber mit Charme. Ruinen neben sanierten Altbauten, Straßenlärm nebst ruhigen Kirchen, überall wird gebaut – und gefeiert, oft bis in die Nacht. Szenelokale schießen wie Pilze aus dem Boden. Eindrucksvoll: der Dom (Cathedrale) mit riesiger Kuppel und das Teatro Massimo (www.teatromassimo.it) – Europas größtes Opernhaus. Parken Sie außerhalb des Zentrums, denn dort brauchen Autofahrer starke Nerven …

Taormina

Magie und Menschenmassen Schon die Anreise auf der Schnellstraße von Catania ist ein Traum: Wie Schwalbennester kleben hoch oben auf einem Bergsporn Häuser dicht an dich. Taormina mit seinen gut 11 000 Einwohnern ist der wohl bekannteste Ferienort der Insel – und der mit den meisten Besuchern. Kein Wunder, dass sich schicke Hotels, noble Villen und feine Restaurants und Geschäfte hier zuhauf finden. Am besten lassen Sie ihr Auto in einem der Parkhäuser noch vor dem Tunnel Richtung Innenstadt stehen. Von dort geht es zu Fuß (Achtung, steil), per Taxi oder mit dem Bus weiter nach oben. Die Flaniermeile Corso Umberto verläuft zwischen den beiden Stadttoren. Sehen und gesehen werden ist das Motto – es geht vorbei an hübschen Palazzi, kleinen Plätzen mit Cafés, Kirchen und Treppchen. Der Blick aufs Meer und den Ätna ist traumhaft. Nicht verpassen: Im antiken Theater aus dem 3. Jahrhundert vor Christus mit seinem imposanten Halbrund haben heute 5000 Zuschauer Platz. Abends gibt es im Sommer oft Konzerte und Aufführungen. Tags kann es besichtigt werden. Wer will, nimmt den Bus in den hübschen (Mini-)Nachbarort Castelmola – über Serpentinen geht es bis in 500 Meter Höhe. Unser Hotel-Tipp: Belmond Grand Hotel Timeo, www.belmond.com/it/grand-hotel-timeo-taormina

Allgegenwärtig: Der Ätna

Selbst aus sicherer Entfernung flößt das Bild Respekt ein: Bei Nacht leuchtet es rund um die Spitze des Ätnas. Europas größter Vulkan (3340 Meter) ist aktiv – und Feuer und Lava sind regelmäßig entlang der Hänge zu sehen. Ein Schauspiel für Besucher. Die Wagemutigen können bei (geführten!)  Touren in die Nähe des Kraters fahren. Günstiger und gemütlicher ist eine Halbtagestour mit der Eisenbahn. Gemächlich zuckelt der Circumetnea (www.circumetnea.it) in sicherem Abstand rund um den Vulkan und bringt Schulkinder und Arbeiter nach Hause. Unser Hotel-Tipp: Zash Country Boutique Hotel, www.zash.it

Catania

An der Ostküste Siziliens und keine 35 Kilometer vom Ätna entfernt liegt die zweitgrößte Stadt der Insel. Die Nähe zum Vulkan ist Schicksal: Weil immer wieder Lava den Ort überflutete, teils nach Ausbrüchen Erdbeben folgten, wurde Catania mehrfach zerstört – und wieder aufgebaut. Fast die komplette Innenstadt ist aus schwarzem Lavagestein gebaut – Häuserfronten, Brunnen, ja selbst die Plätze sind dunkel. Doch das Leben ist bunt in Catania und pulsiert (auch dank vieler Studenten) in den Straßen. Sehenswert: das Castello Ursino aus dem Mittelalter, einst schwappte der Lavastrom um das massive Bauwerk. Auf dem Domplatz fotografieren Touristen den schwarzen Lavaelefanten, bevor sie durch die Einkaufsmeile ziehen.

Villa Romana del Casale

Nicht weit weg vom ruhigen Städtchen Piazza Armerina im bergigen Inland lockt eines der interessantesten Bauwerke der Antike Besucher in Scharen: Die Fußbodenmosaike der spätrömischen Villa Romana del Casale aus dem vierten Jahrhundert stehen unter Unesco-Welterbe-Schutz. 45 Räume des einst pompösen Anwesens sind erhalten. Die filigranen Kunstwerke (darunter: Mädchen beim Sport in einer Art frühzeitlichem Bikini) können besichtigt werden.

Agrigent

Im Tal der Tempel Vor der Altstadt von Agrigent türmen sich sizilianische Bausünden: gesichtslose Hochhäuser, soweit das Auge reicht. Lassen Sie sich davon nicht vertreiben. Das direkt anschließende Tal der Tempel (was eigentlich eher eine Ebene ist) gehört zu den Pflichtbesuchen auf der Insel. Zwischen Mandel- und Olivenhainen sind die gut erhaltenen Reste einer antiken Stadt zu besichtigen. Heraklesund Concordia-Tempel sind eindrucksvolle Zeugnisse vergangener Zeiten (www.parcovalledeitempli.it). Zwar fahren kleine Busse über die schmalen Wege, ein ausgedehnter Spaziergang empfiehlt sich dennoch. Sonnencreme und Wasser nicht vergessen.

 

Hotel-Tipp: Rocco Forte Verdura Resort: Freizeitsportler uns Designfans sind hier ganz in ihrem Element. Das Luxusresort im Südwesten Siziliens ist größer als Monaco – und doch fühlt es sich wie ein Dorf an. www.roccorfortehotels.com

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Titelbild: (c) Belmond Grand Hotel Timeo