Das Jahresende ist eine Zeit des Rückblicks – und der Vorausschau. Welche Wellness-Trends erwarten uns 2026? Was geht, was bleibt, was kommt? Und wie prägen die verschiedenen Altersgruppen den Markt? Wir haben uns für Sie umgeschaut.
Das Beste gleich vorweg: Wellness ist im Aufwind! Wie McKinsey in einer Umfrage unter Millennials und Menschen der Gen Z herausfand, sind junge Menschen zunehmend bereit, Wellness in ihren Lebensstil zu integrieren und Geld dafür auszugeben. Auch ist laut McKinsey die Bereitschaft der jüngeren Generationen, explizit für ein Wellness-Retreat auf Reisen zu gehen, größer als bei den älteren – obwohl viele Angebote speziell auf ältere Zielgruppen zugeschnitten sind. Daraus schließt die weltweit agierende Unternehmensberatung, dass viele der Vorlieben, die jüngere Leute in Sachen Wellness haben, irgendwann zum Mainstream für alle Altersgruppen werden könnten.
Digitale Lösungen

Doch was genau sind diese Vorlieben? Laut McKinsey geben junge Menschen eher Geld für Tools wie Gesundheits-Tracker, Mindfulness-Apps und elektronische Massagegeräte aus. Überhaupt seien sie insgesamt experimentierfreudiger, was digitale Lösungen und Hilfsmittel betrifft. Manche Wellness-Anbieter haben bereits darauf reagiert und bieten entsprechende Apps an.
Auch die Offenheit für Hightech Geräte wie multifunktionale Wellnessliegen ist bei den jüngeren Generationen größer. Kein Wunder, dass auch die Angebote vielseitiger und differenzierter werden. Neu sind etwa Massageliegen, die individuell und zielgerichtet mit Schwingarmen massieren können. Für Spa-Betreiber eine Win-Win-Situation – schließlich bedürfen viele Geräte, wenn überhaupt, nur einer kurzen Einweisung und laufen ansonsten von selbst. In Zeiten knappen Personals eine sinnvolle Ergänzung zum klassischen Hands-on-Treatment.
Fokus auf (Frauen-)Gesundheit
Das Trendthema Nervensystem wird 2026 verstärkt in den Fokus rücken. So gibt es etwa Geräte auf dem Markt, die mittels gezielter elektrischer Impulse das Gehirn über den Vagusnerv neu verkabeln sollen, um das Nervensystem zu regulieren. Das geschieht über Ohrhörer und soll zu mehr Leistung und Energie, aber auch zu Ausgeglichenheit und innerer Ruhe führen. Auch der Themenbereich Frauengesundheit, Hormone und Wechseljahre wird 2026 zunehmend an Bedeutung in Wellnesshotels gewinnen – besonders im Rahmen von in Retreats und gezielten Packages und Programmen. Darin steckt enormes Potenzial. Schließlich sind rund die Hälfte aller Menschen Frauen, im Spa machen sie den Großteil der Gäste aus. Der Nachholbedarf ist groß und wer sich hier gut positioniert, kann mit positiver Resonanz rechnen. Außerdem umfasst das Thema weit mehr als nur die Wechseljahre.
Immersive Wellness & Mental Health

Überhaupt erobern künstliche Welten immer mehr Wellnesshotels und Spas. Immersive Wellness steckt noch in den Kinderschuhen, entwickelt sich aber zum Megatrend (wir berichteten). Schließlich wirkt es sich positiv auf Körper, Geist und Seele auswirkt. Dies kommt einem weiteren Trend entgegen: mentale Gesundheit. Laut McKinsey gehen jüngere Menschen psychische Probleme wie Burnout oder Ängste aktiver an als ältere: Fitness-Routinen, Mindfulness, Meditation oder Schlafhygiene, häufig mithilfe von speziellen Apps, sollen für Besserung sorgen. Gleichzeitig werden soziale Kontakte wieder wichtiger, als Gegengewicht zu einer automatisierten Welt und künstlicher Intelligenz. Nicht nur großräumige Event-Saunen erleben gerade einen Hype, auch Retreats im Kreise Gleichgesinnter sorgen für menschliche Verbindung. Dabei werden die Inhalte immer differenzierter. Neu sind z.B. Retreats für Hochsensible.
Dauerbrenner Longevity
Ebenfalls weiterentwickeln wird sich 2026 der Mega-Trend Longevity. Dabei werden die Angebote immer differenzierter und personalisierter – auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Weitere Trends können in diesem Kontext bedient werden, etwa die Nutzung von Erkenntnissen aus der Epigenetik.
Als Bindeglied zwischen Lebensstil und DNA beeinflusst sie die Aktivität von Genen, ohne die betreffenden DNA-Sequenzen zu verändern. Durch eine personalisierte Anpassung der Ernährung mit oder ohne Supplements (Stichwort Functional Food), individuell zugeschnittene Bewegungseinheiten, eine Verbesserung des Schlafs sowie Strategien und Techniken zur Stressreduktion kann man diesen Vorgang unterstützen. Auch Wärme-Kälteanwendungen gewinnen (nicht nur) in diesem Kontext neuen Auftrieb. Neben Kryokammern oder -liegen leisten sich immer mehr Wellnesshotels Indoor-Schneeräume – künstliches Winterfeeling das ganze Jahr über!
Back to nature, back to basic

Auch die Natur ist ein prominentes Trendthema. Nicht nur die biophile Gestaltung von Spas kommt dem menschlichen Bedürfnis nach naturnahen Farben und Formen entgegen. Angebote wie Kräuter-Wellness und -Workshops sowie die Einrichtung alchemistischer Spas zeugen ebenfalls davon, dass der Mensch in Zeiten des Umbruchs und der Verunsicherung Halt in der Natur und ihrer heilsamen Kraft sucht.
In diesen Kontext gehört auch Stargazing, Sternegucken als Wellness-Praxis zum Stressabbau – etwa in Form von Vollmond-Yoga oder Sternhimmel-Meditationen. Parallel zu diesem „Zurück zur Natur“ findet auch ein Back to Basic statt. Weg von Algorithmus-basierten „Kontakten“ und Einflüsterungen in den Social Media, zurück zu menschlicheren, intuitiveren Erlebnissen. Insofern bleibt uns Digital Detox erhalten. Dazu passt Slow Travel, ein entschleunigtes Reisevergnügen, das bewusster, achtsamer und auch umweltfreundlicher sein soll. Außerdem achten Gäste zunehmend auf Nachhaltigkeit und haben ein immer geschulteres Auge dafür, ob sie es mit Greenwashing zu tun haben oder authentischem Umweltbewusstsein.
Differenzierte, personalisierte Angebote und Lösungen, eine konstruktive Nutzung digitaler Tools, aber auch mehr Sinnhaftigkeit, Ganzheitlichkeit und menschliche Bindung werden in Wellness und Spa 2026 immer bedeutsamer. Die jüngeren Generationen zeigen uns, wie man scheinbar widersprüchliche Elemente zu einem schlüssigen Ganzen verbinden kann.








