Tatjana Gräfin Pilati: Eine Europäerin auf Mallorca

Keine 20 Minuten Autofahrt sind es vom Flughafen der Inselhauptstadt Palma de Mallorca bis zum Lindner Golf & Wellness Resort in Portals Nous. Tatjana Gräfin Pilati leitet das afrikanisch angehauchte Haus seit 2003.

Wie genau spricht man eine Adlige an? „Frau Pilati“ schlägt sie Journalisten vor – die informelle Version. „Frau Gräfin Pilati“ wäre höflicher. „Die Gräfin“ sagen respekt- und liebevoll viele Stammgäste im Lindner Golf & Wellness Resorts in Portals Nous auf Mallorca. Und im (deutschen) Ausweis reicht das Textfeld für die Vollversion gar nicht aus: Tatjana Gräfin Pilati von Thassul zu Daxberg. Uff! „Dabei müsste es korrekt Comtesse heißen, hat mir meine Oma verraten – so lange es noch ältere lebende Generationen gibt.“ Erklärt die 41-Jährige, lacht und versichert: So wichtig sei ihr der Adelstitel nicht. Man kann stundenlang mit ihr plaudern – voller Humor steckt sie und ist dennoch taff . Ihr Lebenslauf könnte Bücher füllen. Die Kurzform geht etwa so: Geboren auf Mallorca, die Mutter Stewardess, der adelige Vater Manager bei Tui – die Tourismuskarriere vorgezeichnet. Studium (Betriebswirtin im Fremdenverkehr, Bereich Hotel) in Ravensburg an der Berufsakademie, Praxis in Robinson-Clubs in der Schweiz und Österreich. Dann Praktikum bei Hapag Lloyd, statt Schiff („mein Wunsch“) anderthalb Jahre New York. Statt Hawaii („ein Traum“) zurück nach Spanien – zur Kette Riu in leitenden Positionen. Erst kleines Hotel, dann mittleres, dann großes. Der 30. Geburtstag wird in Portals Nous gefeiert. Das Hotel im Afrika-Look hat es ihr angetan. Als die Lindner-Gruppe es übernimmt, bewirbt sie sich, wird 2003 Chefin. „Spannende Arbeit, tolles Team“, lobt sie. 72 Prozent Auslastung, ein guter Wert für die Insel, auf der Tourismus schwieriger wird. Privat? Verheiratet mit einem Spanier. Sohn Daniel ist fünf. Tochter Vega (geplanter Geburtstermin: Ende Februar 2014) macht das Glück perfekt. Pausen sind nicht ihre Sache, dennoch: „Bis August geht der Mutterschutz, aber ich bin garantiert oft im Hotel“, sagt „Die Gräfin“, die sich mehr als Europäerin sieht denn als Deutsche oder Spanierin.

WERBUNG
Care Flüchtlinge in Not