Hauseigene Kosmetik im Spa

Als Leiterin des Almwiesn Spa im Wellnesshotel Das Rehlegg hat Nina Krauer die hauseigene Kosmetiklinie „Rehlegger Kräuterfee“ mit auf den Weg gebracht. Die ausgebildete Hotelfachfrau, Kosmetikerin, Yoga-Lehrerin, Kneipp-Therapeutin und Achtsamkeitstrainerin kümmert sich mit ihrem Team außerdem um das umfangreiche Kurs-Programm des 4-Sterne-Superior-Hauses bei Berchtesgaden.
Frau Krauer, wie entstand die Idee zur eigenen Naturkosmetiklinie „Rehlegger Kräuterfee“?
Aus dem Wunsch heraus, unseren Gästen eine ganzheitliche, authentische und nachhaltige Wellness-Erfahrung zu bieten. Wir wollten die Kraft der heimischen Alpenkräuter nutzen und eine Kosmetiklinie schaffen, die unsere Philosophie von Natürlichkeit, Regionalität und Qualität widerspiegelt. Die Nähe zur Natur und die Liebe zu den Kräutern waren dabei die treibenden Kräfte. Auf dem Markt sind wir bei der Suche nach einer Marke, die genau das abbildet, nicht fündig geworden. Die Inhaltsstoffe auf ein Minimum zu reduzieren, um der Haut und somit dem Körper wirklich nur das Beste zu geben, ist nur möglich, weil wir vor Ort selbst in kleinsten Mengen das ganze Jahr über ständig frisch produzieren können.
Wer hat die Linie entwickelt?
Die ersten Ideen sind in Zusammenarbeit mit Doris Hasenknopf entstanden, unserer zertifizierten Kräuterpädagogin. Sie ist die „Rehlegger Kräuterfee“ und kennt jedes Kraut auf unseren Bergwiesen. Angefangen hat es mit Kräuterwanderungen für unsere Gäste und kulinarischen Kräuter-Produkten. Gemeinsam mit unserem Spa-Team und Geschäftsführerin Stephanie Lichtmannegger hat sie dann die ersten Rezepturen erarbeitet und die Auswahl der Kräuter getroffen. Irgendwann kam dann der Gedanke hinzu, mit den Produkten wirklich komplette Spa-Treatments abbilden zu wollen. Die Linie umfasst mittlerweile verschiedene Kosmetika für Gesicht und Körper, darunter Cremes, Masken, Peelings und Öle – alle auf Basis heimischer Wildkräuter und Heilpflanzen. Vor allem war uns wichtig, dass wir wirksame Pflanzen-Hydrolate statt herkömmlichem Wasser in unseren Produkten verarbeiten. So können wir trotz Naturkosmetik und wenigen Zusätzen eine tolle Wirksamkeit erreichen – ganz natürlich eben.
Sie haben ein eigenes Labor im Haus. Werden dort alle Kräuterfee-Produkte hergestellt oder arbeiten Sie auch mit externen Lohnherstellern zusammen?
Sämtliche Produkte werden ausschließlich in unserem eigenen Labor entwickelt, handgefertigt und abgefüllt. So können wir höchste Frische, Qualität und Transparenz garantieren. Alle neuen Produkte werden aber, sobald wir damit voll zufrieden sind, in einem externen Labor zertifiziert. Hier werden vor allem Haltbarkeit, Allergen-Belastung und ähnliches überprüft.


Welche Vorteile hat die hauseigene Produktion?
Sie ermöglicht uns, flexibel und individuell auf die Bedürfnisse unserer Gäste einzugehen. Wir produzieren in sehr kleinen, bedarfsgerechten Chargen, um die Frische und Qualität zu gewährleisten. Die genaue Stückzahl variiert je nach Saison und Nachfrage, bleibt aber bewusst überschaubar. So können wir die Qualität der Rohstoffe und die Herstellung lückenlos kontrollieren. Zudem können wir auf Zusatzstoffe verzichten und die Produkte stets frisch herstellen – jede Woche nur die, die auch wirklich benötig werden. Außerdem gibt es in unserem Labor ein kleines Fenster. Von dort aus können uns die Gäste bei der Produktion über die Schulter schauen. Das schafft Vertrauen und ist für viele Gäste etwas ganz Besonderes.
Welchen Mehraufwand bedeutet das?
Es braucht qualifiziertes Personal, wie unsere Kräuterfee und das Spa-Team, spezielle Räumlichkeiten, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, sowie Investitionen in Geräte und hochwertige Rohstoffe. Das aufwendigste und kostspieligste sind neben den Räumlichkeiten auch die Zertifizierungen der Rezepturen durch externe Labore.
In welcher Relation stehen diese Investitionen zum Ergebnis?
Sie zahlen sich für uns in mehrfacher Hinsicht aus: Wir bieten unseren Gästen ein exklusives, authentisches Produkt, das es nur bei uns gibt. Die positive Resonanz und die Wertschätzung bestätigen uns in unserem Weg. Unsere Spa-Treatments werden so zu echten Erlebnissen, die sich stark von allem anderen abheben.


Bei welchen Treatments werden die Produkte der „Rehlegger Kräuterfee“ eingesetzt?
Sie kommen in allen unserer Kräuterfee-Spa-Behandlungen zum Einsatz, insbesondere bei Gesichtsbehandlungen, Körperpackungen, Peelings und Massagen. Sie sind fester Bestandteil unseres Angebots.
Und wie ist die Resonanz der Gäste darauf?
Durchweg positiv. Immer mehr Gäste beschäftigen sich bewusst mit den Inhaltsstoffen und sind fasziniert, wie viel Wissen, Handarbeit und Liebe in jedem Produkt steckt. Auch der Verkauf in Spa und Onlineshop läuft sehr gut – viele Gäste nehmen die Produkte als Erinnerung mit nach Hause und bestellen dann auch von zu Hause aus nach. Das Mitmachen und Zuschauen bei der Produktion schafft zusätzliches Vertrauen und sorgt für Begeisterung. Hier steht aber mehr das Erlebnis der Gäste als der Produktverkauf im Mittelpunkt. Mittlerweile bieten wir rund um das Thema verschiedene Kurse und Workshops an – von reinen Kräuterwanderungen über kulinarische Kurse bis hin zu Aroma-Workshops oder eben unseren Kursen unter dem Motto „Kräuterwellness selbstgemacht“. Direkt neben dem Labor haben wir hierfür die „Rehlegger Kräuterküche“. So können die Kurse das ganze Jahr über wetterunabhängig stattfinden.
Sie arbeiten außerdem noch mit anderen Kosmetikmarken. Soll das so bleiben oder möchten Sie Ihre Eigenmarke ausbauen?
Das soll so bleiben, um unseren Gästen eine breite Auswahl bieten zu können. So können sie zwischen verschiedenen Düften und Treatments wählen, ganz nach aktuellem Bedarf oder Stimmung. Die Eigenmarke möchten wir die nächsten Jahre aber weiter ausbauen, die ersten Ideen für neue Produkte gibt es schon. Trotzdem ist es gerade auch die Vielfalt, die unser Spa-Angebot so spannend macht.
Welchen Mehrwert sehen Sie in einer hauseigenen Kosmetikmarke?
Sie stärkt unser Profil als nachhaltiges und authentisches Wellnesshotel, bietet unseren Gästen ein exklusives Erlebnis und hebt uns von anderen Häusern ab. Zudem fördert sie die Identifikation der Gäste mit unserem Haus und schafft bleibende Erinnerungen. Wir können diesen Weg auch anderen Hotels sehr empfehlen.
Haben Sie Tipps für Kollegen in anderen Häusern?
Wichtig ist, sich Zeit für die Entwicklung zu nehmen, auf Qualität zu achten und die eigenen Stärken einzubringen. Die Einbindung von Experten wie einer Kräuterpädagogin ist dabei sehr wertvoll. Auch sollte man nicht unterschätzen, wie viel Zeit und Geld der Start benötigt. Obwohl wir nur ganz im Kleinen produzieren und die Mengen überschaubar sind, war der Weg von den ersten Ideen bis hin zu den fertigen Produkten doch sehr lang.
Aufmacherbild: München-Charles-Diehle








