Wenn Sie das Glück haben, im ersten Haus am Platz zu wohnen oder zumindest im Bistro oder gar im Restaurant von Sternekoch Gordon Ramsay zu dinieren – gehen Sie nicht gleich rein. Stellen Sie sich am besten neben eine der historischen Uhren, die zwischen Grand Théâtre und dem Intercontinental Bordeaux Le Grand Hôtel stehen und schließen Sie die Augen. Hören Sie nicht auch das Pferdegetrappel, das Rollen von Weinfässern und die Rufe der Seeleute?

Im 18. Jahrhundert erlebte Bordeaux seine Blütezeit im Zeitalter des Übersee- und Sklavenhandels. Es avancierte zur bedeutendsten Hafenstadt Frankreichs. Das mittelalterliche Stadtbild machte den klassizistischen Gebäuden Platz, die noch heute das Bild der Metropole an der Garonne prägen. Lieblingsplatz der Bordelaiser war und ist der Place de la Comédie – mit seinem Theater. Es wurde vom Pariser Architekten Victor Louis erschaffen und gilt als eines der schönsten Frankreichs. Louis entwarf auch die Pläne des gegenüber liegenden Herrenhauses. 1850 eröffnete dort im Erdgeschoss das Café de Bordeaux, 1904 residierten dann in der Etage darüber die ersten Gäste. Das Hôtel de Bordeaux, das heutige Le Grand Hôtel, war eröffnet.

Ein Sammlerstück im Sternerestaurant

Nun aber bitte wieder Augen auf und rein ins historische Schmuckstück, auch wenn es 2007 komplett renoviert wurde: Der Charme vergangener Tage, das nostalgische französische Dekor mit schweren Samtvorhängen, Messinglampen und prachtvollen Stofftapeten ist erhalten geblieben. Gäste treffen sich zum Tee in der Orangerie oder zum Lunch in der Brasserie. Das Highlight ist dann am Abend das Restaurant Le Pressoir d’Argent Gordon Ramsay. Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Lokal des englischen Ausnahmekochs befindet sich im ersten Stock und verdankt seinen Namen einer beeindruckenden und sehr seltenen, massiven silbernen Hummerpresse: eine von nur fünf weltweit. Zur Freude der Gäste wird dieses Sammlerstück tatsächlich noch täglich verwendet, um damit an das zarte Fleisch des Blauen Hummers zu gelangen.

Nun haben Gordon Ramsay und seine Crew Konkurrenz im eigenen Haus bekommen. Vor allem die weiblichen Gäste biegen nicht mehr in die ersten Etage ab, sondern fahren mit dem Fahrstuhl in den obersten Stock – in eine Welt voller Wohlgerüche und absoluter Entspannung: ins Spa Guerlain. 1000 Quadratmeter wurden dem alten Gebäude auf dem Dach abgerungen. Es gibt acht Behandlungsräume, Sauna, Dampfbad und ein opulentes schwarzes Wasserbecken, von roten Säulen umrahmt. Dieser Pool ist mit Gegenstromanlage und Massagedüsen ausgestattet. In die ebenfalls schwarze Decke wurden Hunderte von kleinen LED-Lampen installiert. Wenn es draußen dunkel ist, geben sie einem das Gefühl, unter dem Sternenhimmel von Bordeaux zu baden. Exklusiv für das Spa kreierte Guerlain die Behandlung „Miroir d’Eau“, die nicht nur die Haut intensiv mit Feuchtigkeit versorgt, sondern gleichzeitig auf die Sehenswürdigkeit an der alten Börse, den dortigen Wasserspiegel Miroir d’Eau, verweist.

Passenderweise ist neben dem Spa die Dachterrasse „The Night Beach“ – mit atemberaubendem Blick auf die Oper gegenüber und das Häusermeer der Stadt. Im Zweifel lassen Sie also besser gleich Ihre Badekleidung an, denn es gibt dort einen Whirlpool. Mit Cocktail oder ganz klassisch einem Glas Wein in der Hand klingt der Tag in Bordeaux perfekt aus.

LE GRAND HOTEL
Mitten im Zentrum von Bordeaux. Etwa eine halbe Stunde mit dem Auto vom Flughafen, vom Bahnhof sind es 15 Minuten.

www.intercontinental.com/IC/Bordeaux

Das komplette Special über Bordeaux inklusive Vorstellung der Hotels und Reisetipps wurde in SPA inside 5/2019 veröffentlicht – die auch als E-Paper erhältlich ist!