Zwei Reisearten, ein Gefühl: Ob auf der Straße oder auf dem Meer – so erkunden Sie den hohen Norden mit seiner 3000 Kilometer langen Ausdehnung und über 100 000 Küstenkilometern am entspanntesten.

Wasser, Weite, Wildnis: In Norwegen können Sie stundenlang fahren, ohne einer Menschenseele zu begegnen. (Foto: shutterstock/ajman)

Unterwegs im Land der Fjorde

Die ultimative Freiheit? Beginnt in der Vorstellung vieler mit einem Campingtrip durch Norwegen. Die Vorteile: flexibel genau dort halten, wo Flora und Fauna am schönsten sind, die besten Wanderungen locken oder die nächste Sauna steht.

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“. Dieser Spruch geht Hand in Hand mit der in Norwegen so typischen „Friluftsliv“-Philosophie, die die Freude am Leben in der freien Natur – egal zu welcher Jahreszeit und egal bei welchem Wetter – beschreibt. Regen, Wind, Schnee oder Kälte sind dort kein Grund, drinnen zu bleiben. Stattdessen gilt: Mit dem richtigen Equipment wird jedes Wetter zum Naturerlebnis. Man kämpft nicht gegen die Natur – man lebt mit ihr. Insbesondere Wandern und Campen stehen daher auf der norwegischen Liste der Freizeitaktivitäten ganz oben.
Bei der Qualität und Quantität an Natur ist das aber auch wirklich kein Wunder. Schon einen Tag nach der Übernahme unseres „Roadsurfer“-Wohnmobils kommen auch wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Unsere Route führt über die Hardangervidda – Europas größte Hochebene. Weite Landschaften, glasklare Seen und manchmal sogar Rentiere bilden die Reisekulisse – eine Gegend, die schon zahlreichen Filmen als spektakuläres Bühnenbild diente. Blauer Himmel, Regenbögen und umherziehende Nebelfelder wechseln sich innerhalb weniger Kilometer ab, bis wir schließlich am berühmten Vøringsfossen ankommen, dessen gewaltige Wassermassen sich 182 Meter in die Tiefe stürzen. Trotz meiner Höhenangst wage ich den Schritt über die spektakuläre Aussichtsbrücke – und werde mit einem Blick belohnt, der jede Überwindung wert ist.

(Foto: shutterstock/CHRISTINA-RADCLIFFE)
Die Norweger sind sehr naturverbunden und pflegen auch ihre Traditionen gern an der frischen Luft. (Foto:shutterstock/Visual-PhotoLog)
Tørrfisk, Dörrrfisch, hat eine lange Tradition. Er
wird drei Monate lang im Freien luftgetrocknet (Foto: shutterstock/Dave-Primov)

Noch sind wir am Anfang unserer Reise und wissen nicht, dass uns in Norwegen hinter fast jeder Kurve majestätische Wasserfälle erwarten. Ob bei Wanderungen durch die Einsamkeit oder beim Blick aus dem Wohnmobilfenster – von dünnen Schleierfällen bis zu kaskadenartigen Stürzen ist wirklich alles dabei. Und wer Giganten wie Langfossen, Låtefossen und Tvindefossen gesehen hat, kann bei heimischen Wasserfällen eigentlich nur noch schmunzeln: „Ganz schön klein.“
Gleichzeitig darf sich das Auge an sattgrünen Wäldern und Wiesen, in denen vereinzelte weiße Tupfer von Schafen zu sehen sind, blühenden Bäumen und hochaufragenden Bergen sattsehen. Ganz besonders wird es dann, wenn diese gigantischen Felsen das Meerwasser umschließen, wie bei unserer nächsten Station, dem Eidfjord. Auf unserem SUP paddeln wir gemächlich über das ruhige Wasser und blicken ehrfürchtig nach oben.
Getoppt wird dieses Gefühl nur noch am nahegelegenen Nærøyfjord, der nicht umsonst zum UNESCO-Welterbe zählt. Den kleinen Ort Bakka erreichen wir über eine schmale, einspurige Straße. Angekommen, scheint die Zeit stillzustehen: Hier stehen nur zwei Häuser und eine kreideweiße Holzkirche. Früher konnten solch abgelegene Siedlungen oft nur per Boot erreicht werden, und schnell kommt die Frage auf, wie Menschen überhaupt auf die Idee kamen, sich in dieser rauen Umgebung eine Existenz aufzubauen. Das Leben war einfach und entbehrungsreich. Die Menschen lebten von Schaf- und Ziegenhaltung, etwas Ackerbau, Fischfang und dem Handel über den Fjord, der über Jahrhunderte ihre wichtigste Lebensader war. Wir dürfen unser Wohnmobil direkt am Ende des Fjords abstellen. Durch die Frontscheibe eröffnet sich mit schneebedeckten Gipfeln, türkisfarbenem Wasser und unzähligen Wasserfällen ein Blick, der sich für immer ins Gedächtnis einprägt – und plötzlich verstehen wir, warum Menschen genau hier ihre Heimat fanden.

Weiter zurück im Süden wird es nicht weniger spektakulär, nur dass wir dieses Mal einen Fjord von oben betrachten. Um den Menschenmassen zu entgehen und einen Parkplatz zu ergattern, geht es in aller Frühe hinauf zum Preikestolen, einer 604 Meter über dem Lysefjord aufragenden Felskanzel. Der Weg führt über Steinstufen und durch Moorebenen, nach etwa zwei Stunden werden wir mit einem unglaublichen Panorama belohnt. Wir knipsen noch schnell ein Foto in schwindelerregender Höhe; schließlich gehört der Preikestolen zu den Wahrzeichen Norwegens.

Je weiter wir uns wieder gen Süden vorarbeiten, desto höher steigen auch die Temperaturen. Die südlichste Stadt Norwegens ist Mandal, ein idyllischer Urlaubsort, umgeben von Schäreninseln. Hier kann man nicht nur unendlich lange Strände genießen, sondern auch inmitten all der weißen Häuser auf dem schnuckeligen Marktplatz fast schon mediterran einen Kaffee mit einer leckeren Zimtschnecke genießen oder durch die kleinen Läden bummeln.
Nach zwei Wochen und rund 4500 Kilometern endet unsere Reise – und wir verstehen, warum die Norweger ihre Natur nicht nur genießen, sondern leben. „Friluftsliv“ ist weit mehr als ein Begriff. Es ist das Gefühl, morgens die klare Fjordluft einzuatmen, den ersten Kaffee vor dem Camper zu trinken, den Duft von nassen Felsen und Holz in der Nase zu haben und abends mit dem Rauschen eines Wasserfalls einzuschlafen. Vielleicht ist genau das die größte Freiheit: nicht möglichst viel zu erleben, sondern jeden Moment inmitten der Natur bewusst wahrzunehmen.


(Foto: Alex Baker photo,)

Camping bedeutet nicht, dass man auf Wellness verzichten muss. In Norwegen haben viele Campingplätze eine Sauna, die man buchen kann. Berühmt ist die „Wild Sauna“ am Nærøyfjord, eine Fasssauna, die nach vorne hinaus verglast während des Schwitzens den Blick auf den Fjord ermöglicht. Und danach? Springe ich direkt von der Saunaplattform in den kalten Fjord, um mich zu erfrischen, so wie es hierzulande Tradition ist. Der Wechsel aus Kalt und Warm gilt als wohltuend für Kreislauf, Muskeln und Wohlbefinden. Das kann ich nur bestätigen und lege – von Endorphinen berauscht – gleich noch eine zweite Runde ein. www.wildsauna.no

Tipp! Weitere Saunen überall in Norwegen unter www.visitnorway.de/aktivitaten/saunen/


Das Land der Fjorde ist wie geschaffen für einen Urlaub mit dem Wohnmobil. Wo auch immer es Ihnen gefällt, können Sie einfach anhalten – und genießen

Camping in Norwegen

My Home is my Camper Castle: Wohnmobil auf die komfortable Art

Als es hieß, es geht für uns nach Norwegen, war schnell klar: Wir brauchen einen Camper! Da wir mittlerweile zu viert sind, war allerdings noch schneller klar, dass es wohl eher ein größeres Fahrzeug sein muss. Schließlich entschieden wir uns für das „Camper Castle“ von Roadsurfer, ein Wohnmobil, das sogar mit Bad und vier Betten ausgestattet ist. So hatten wir zwar sehr viel Komfort, konnten aber trotzdem die schönsten Naturerlebnisse abseits der Städte ganz flexibel entdecken. Am Anfang war es natürlich eine Umstellung, von unserem Kombi auf das große Wohnmobil. Aber an das Fahren haben wir uns schnell gewöhnt – und auch die ganzen Tricks und Kniffe mit automatischem Hub-Bett, Wassertank, Gasherd und Parkpositionen hatten wir irgendwann raus.
Besonders praktisch war für uns als Familie, dass wir die Route entsprechend unserer Laune (und vor allem der unserer Kinder!) anpassen konnten. Hatten wir Hunger? Machten wir eine Mittagspause und kochten kurz mal in unserer kleinen Küche (unbedingt vorab mit Lebensmitteln eindecken, wenn möglich). Wollten wir unterwegs wandern oder baden, legten wir einfach einen Stopp ein. Waren wir müde, suchten wir uns einen freien Stellplatz oder einen Campingplatz. Oft haben wir einfach mitten im Nirgendwo gestanden, um uns herum keine Menschenseele, nur unendliche Natur (perfekt mit eigenem WC und warmer Dusche).
Unsere Route hat uns durch das untere Drittel Norwegens geführt, 14 Tage waren wir dort unterwegs. Man kann aber auch bis hoch zu den Lofoten oder sogar ans Nordkap fahren. Was allerdings nicht unterschätzt werden sollte: Es gibt oft keine direkten Straßen von Süd nach Nord, überall verlaufen Fjorde und es gilt ein Tempolimit von 80 auf Landstraßen. Das macht die Fahrten lange, aber auch sehr sehenswert. Unser Tipp: Lieber einen kleineren Landesteil wählen und diesen stressfrei und intensiv erleben! Mehr Infos: www.roadsurfer.com

(Foto: shutterstock_Gheorghita-Rafaila)
(Foto: shutterstock_Tomsickova-Tatyana)
(Foto: shutterstock_Danne_l)

Gut zu wissen!
Jedermannsrecht Zelten ist unter bestimmten Voraussetzungen fast überall erlaubt. Für Wohnmobile gelten andere Regeln – Übernachten außerhalb offizieller Stellplätze ist nur dort gestattet, wo es nicht ausdrücklich verboten ist und keine Verkehrs- oder Naturschutzbestimmungen entgegenstehen. Viele Gemeinden bieten ausgewiesene Stellplätze mit traumhafter Aussicht zum „Freistehen“.
Campingplätze Norwegen verfügt über mehr als 1000 Campingplätze, die oft an Fjorden oder Seen gelegen sind. Frischwasser, Entsorgungsstationen und Sanitäranlagen sind auf Campingplätzen und vielen Stellplätzen gut ausgebaut. Für Warmwasser müssen hingegen oft Duschmarken besorgt werden.


Zauber der Arktis (Foto: VisitNorway.com/Asgeir Helgestad)

Einmal bis ans Ende der Welt

Via Schiff nordwärts: Zwischen Mittsommer, Eisbären und spektakulären Fjorden offenbart der hohe Norden seine magischsten Seiten.

Es ist Mitternacht. Ich kneife meine Augen zusammen. Gleißend hell steht die Sonne am Himmel und tut so, als ob es Tag wäre. Das wird die Gute auch noch die nächsten Wochen so handhaben; hier oben in der Arktis ist die Mitternachtssonne zwischen Juni und September ein Phänomen. Im Winter hingegen kann es passieren, dass man überhaupt keine Strahlen zu Gesicht bekommt. Dann sorgen lediglich Polarlichter für farbliche Abwechslung in der großen Dunkelheit. Welches magische Naturschauspiel man da präferiert? Schwierige Entscheidung.
Fakt ist: Schon als wir mit der „Mein Schiff 7“ den Polarkreis in Richtung Arktis überschreiten, passiert etwas. Die Welt wirkt plötzlich ruhiger, wir fühlen uns wie verzaubert. Ob das an der mythischen Mutprobe liegt, die gemäß der Überlieferung alle bei Poseidon bzw. Neptun, dem Herrscher der Meere, ablegen mussten, um nach der Überquerung sicher in den eisigen Gewässern vorwärts zu kommen? Könnte sein. Ein weiterer Grund sicherlich das konstante, satte Blau, das bei jedem Blick aus dem Fenster die Nerven beruhigt. Ich ertappe mich dabei, minutenlang einfach aufs Meer hinauszustarren. Nur hin und wieder wird dieser Zustand von auftauchenden Rückenflossen, in die Luft sprühenden Wasserfontänen und staunenden Ausrufen durchbrochen. Das ändert sich auch bei der Ankunft auf Spitzbergen nicht, das sich bei uns ausnahmsweise bei strahlendem Sonnenschein von seiner schönsten Seite zeigt.

Gletscher bei Spitzbergen (Foto: VisitNorway.com/Jens Henrik Nybo)
(Foto: shutterstock/Jiri Soural)
Longyearbyen ist einer der nördlichsten Orte der Erde. Es gilt als Eingangstor nach Spitzbergen (Foto: shutterstock/Don Landwehrle)

Endlose Weite, arktische Stille, gewaltige Gletscher und umherstreunende Rentiere vermitteln auf beste Weise die Tatsache, dass wir dem Rand der Welt nahe sind. Lediglich ein paar Häuser in der Hauptstadt Longyearbyen bezeugen, dass es so etwas wie eine Zivilisation gibt. Menschen? Leben hier nur etwa 2500, und kaum einer davon ist auf Spitzbergen geboren, viele sind zu Forschungszwecken dort. Mit rund 3000 Exemplaren übersteigt dafür die Zahl der Eisbären die der Menschen. Dennoch muss man schon eine Menge Glück haben, um die gefährlichen Tiere in freier Wildbahn zu sichten. Wer eine Tour mit dem Zodiac bucht, hat die größten Chancen, gefahrlos ins Wildlife einzutauchen. Schon als unser Guide den weißen Belugas vor uns nur wenig Beachtung schenkt, klopft mein Herz schneller. Mit rasantem Tempo rast er wieder los, auf die Küste zu. An uns vorbei ziehen traumhafte Bergkulissen, unzählige buntschnabelige Papageientaucher stürzen sich im Sekundentakt ins Meer. Und da, am Horizont, ist ein weißer Punkt, der sich bewegt! Ich blicke durchs Fernglas, suche, justiere, suche erneut. Und ja, da ist sie! Eine Eisbären-Lady. Sie legt sich nieder, sucht ein Schlafplätzchen. Niemand sagt etwas, alle staunen. Ich könnte ihr stundenlang zusehen. Allerdings gibt es ja noch viele weitere wundervolle Stopps, zu denen uns unser 315 Meter langer Kreuzfahrer bringt.
Nächster Halt ist das sagenumwobene Nordkap, das als nördlichster Punkt des europäischen Festlands in die Weltgeschichte eingegangen ist. Fun Fact: „Auch wenn sich das berühmte Wahrzeichen dort befindet, so ist der nördlichste Punkt eigentlich überhaupt nicht bei den 71° 10° 21° nördlicher Breite, sondern noch etwas weiter nördlich“, erklärt Kapitän Jens Troier in seiner täglichen Durchsage. Daher dreht er zwischen Nordkap und dem tatsächlich nördlichsten Punkt gleich noch eine Extrarunde, so dass wir von allen Seiten an Bord auch das „wahre Nordkap“ erspähen können.

Die fröhlich-bunte Häuserzeile der historischen Landungsbrücke in Bergen steht unter UNESCO-Weltkulturerbe. Sie geht bis aufs 12. Jahrhundert zurück. (Foto: VisitNorway.com/Andrea Giubelli)
Tromsø hat eine lebendige Kulturszene. Wahrzeichen ist die Eismeerkathedrale

Wellbeing an Bord heißt auch Sightseeing an Bord
Mein Lieblingsort wird rasch die Panoramasauna, die sich im zwölften Stock des Schiffs über den kompletten Bug erstreckt und direkt unterhalb der Brücke des Kapitäns den besten Ausblick verschafft. Während ich beim Aufguss schwitze, ziehen Fjorde, Berge und kleine Inseln vorbei. Selten fühlt sich Entschleunigung so einfach an. Tolle Aussichten gibt es auch im Fitnessstudio, ebenfalls weit oben gelegen und rundum verglast.
Ein weiterer berühmter Halt ist Bergen, das mit seiner Hansegeschichte und seinen bunten kleinen, skandinavischen Häuschen ebenso bezaubert wie mit den zwei Seilbahnen, die dafür sorgen, dass man Fjord und Stadt von oben bestaunen kann. Kultur pur erleben wir dazu in der Metropole des Nordens, Tromsø, wo wir im Polarmuseum lernen, was für eine bewegte Schifffahrer- und Pioniergeschichte Norwegen hinter sich hat. Da sind Nationalhelden wie Nansen und Amundsen, die mit unterschiedlichsten Fahr- und Flugzeugen versucht haben, durch das ewige Eis den Nordpol zu erreichen. Aber auch die ersten Pioniere, die hoch oben im Norden in Hütten in der Einöde um ihr Überleben kämpften und sich mit der Jagd auf Robben, Walrösser, Seehunde und ja, auch Eisbären, durch die harten Winter brachten. Zwischen alten Schlitten, Karten und Expeditionsausrüstung wird klar: Was für uns heute ein komfortabler Abenteuerurlaub ist, bedeutete damals oft einen Kampf ums Überleben.

Vom Schiff aus sind die Naturgewalten Norwegens besonders beeindruckend und es eröffnen sich immer neue Perspektiven (Fotos: Visit Norway/CH)

Alle Wasser Marsch!
Bei der Fahrt durch den Geirangerfjord zeigt sich Norwegen von seiner besten Seite. Als wir frühmorgens die Vorhänge beiseite ziehen, startet das Spektakel. Zu beiden Seiten erheben sich steile Felswände, alle paar Minuten stürzen sich Wassermassen dramatisch in die Tiefe. Das Auge kann sich nicht sattsehen, an diesem Farbgemisch aus türkisfarbenem Meerwasser, dem schroffen Schwarzgrau der Gesteine, sattgrünen Wiesen und Wipfeln unter weiß betupften Gipfeln. Später besteigen wir bequem vom Schiff im Hafen aus einen von ihnen und begeben uns das erste Mal hinter(!) einen Wasserfall.

Die Øvre Holmegate in Stavanger mit ihren knallbunten Häusern macht einfach Laune (Fotos: Visit Norway/Per Christian Lind)

Beim letzten Halt in Stavanger werden wir schon fast ein bisschen wehmütig. Mitten im Fjord liegt diese idyllische Stadt, in der buntes Treiben herrscht. Es ist Markttag und überall in der Stadt sitzen stylische, im Skandi-Chic gekleidete Pärchen, Freundesgruppen und Familien bei Drinks und Häppchen zusammen. Besonders die hippe Farbenstraße Øvre Holmegate zeigt, wie Norweger ihre Freizeit am liebsten verbringen. Als wir abends auf der Bug-Terrasse ebenfalls bei einem Drink zusammensitzen und die letzten Töne der Auslaufhymne „Große Freiheit“ über das Deck klingen, bekommen wir Gänsehaut. Auch heute verschwindet die Sonne nicht hinter dem Horizont. Sie begleitet uns noch ein Stück hinaus aufs offene Meer – fast so, als wolle sie sich genauso wenig verabschieden wie wir.


An Bord der „Mein Schiff 7“ geht es ungezwungen und entspannt zu
Fotos: MS7/Skynamic, René Supper,

Unterwegs mit Mein Schiff 7

Nordkap und Spitzbergen stehen schon lange ganz oben auf unserer Bucketlist. Mit zwei kleinen Kindern stellt sich allerdings die Frage: Wie kommt man entspannt dorthin? Für uns lautet die Antwort: mit dem Schiff. Wir entscheiden uns für eine 14-tägige Reise ab Kiel mit acht Seetagen und sechs Landgängen. Schon nach dem ersten Tag an Bord merken wir: Die „Mein Schiff 7“ für uns viel mehr ist als nur ein Transportmittel. Zwischen zwei Abenteuern wird sie zum zweiten Zuhause. Das liegt an der aufmerksamen Crew, vor allem aber an der ungezwungenen Atmosphäre. Schnell kommt man mit anderen Gästen ins Gespräch – im Aufzug, auf den Gängen oder beim Frühstück, wo unsere Kinder regelmäßig neue Bekanntschaften schließen.
Auch an den Landtagen sind wir begeistert: Wir legen mitten im Geschehen an und sind immer wenige Minuten von den Stadtzentren oder Wanderungen entfernt. Lange Wartezeiten beim Aussteigen oder -schiffen? Fehlanzeige. Alles läuft erstaunlich entspannt – genau das, was wir uns von dieser Reise erhofft hatten. Nach einem Tag voller Sightseeing, Gletscher-erlebnissen oder salziger Seeluft freue ich mich jedes Mal auf denselben Moment: Bademantel an, hoch in die Panoramasauna und den Ausblick genießen. Während draußen Küsten, Fjorde und Delfine vorbeiziehen, wird es drinnen ganz still. Selten fällt das Durchatmen so leicht. Das wird nur getoppt vom „Fernweh Ritual“, bei dem ich mit wohltuenden Ölen und einem feuchtigkeitsspendenden Mini-Facial verwöhnt werde.
Das Schönste an dieser Reise ist jedoch, dass wir Erwachsenen, trotz Familienurlaub immer wieder Zeit für uns haben. Unser Großer fragt schon morgens, wann der Kinderclub wieder öffnet und unser kleiner Sohn will am liebsten jede Sporthalle ausprobieren. So kann auch ich meinen „Spielbereich“, das Gym, regelmäßig aufsuchen und mein Partner seinen, die Dönerbude auf Deck 12. Das ist übrigens noch eine Sache, die uns richtig gut gefällt: Getränke und Essen sind auf der „Mein Schiff 7“ bis auf wenige Ausnahmen inkludiert. Es gibt Buffet- und À-la-Carte-Restaurants und Bistros, die rund um die Uhr geöffnet haben. (Die Dönerbude hat sogar nachts geöffnet, wie ich freudestrahlend erklärt bekomme). Mein Favorit ist das „Ganz schön Gesund“, wo frische Bowls, Suppen und viele weitere, leichte Snacks angeboten werden.
Mehr Infos: www.meinschiff.com


Aufmacherbild: VisitNorway.com/ Paul Edmundson

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