Er ist und bleibt unangefochten das Lieblingsobst der Deutschen: der Apfel. Knackig, g’schmackig, urgesund! Und unendlich vielseitig einsetzbar – und zwar nicht nur in der Küche.

Bestimmt ist es Ihnen bei einem sonnigen Herbstspaziergang auch aufgefallen: wie übervoll die Apfelbäume in den Streuobstwiesen und erst recht in den Plantagen hängen. Noch bis in den November hinein kann die Ernte der roten, gelben oder grünen Früchte in den großen Obstanbaugebieten dauern – vom Alten Land bei Hamburg bis zu den Plantagen am Bodensee in Deutschland, oder in Südtirol, Europas größtem Apfelgarten. Schon jetzt ist klar: 2025 wird eines der besten Apfeljahre in Deutschland werden. Gerechnet wird mit einer Ernte von über einer Million Tonnen, knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Paradiesfrucht mit Geschichte

(Foto: Emi Massmer Emotions)

Der Ursprung des modernen Kulturapfels (Malus domestica) liegt in Asien, Jahrtausende zurück. Von dort kam er in der Antike über die Seidenstraße nach Süd- und Osteuropa. Der Urapfel, eine saure, holzige Frucht, wurde von den Römern und Griechen kultiviert und durch Kreuzung mit anderen wilden Apfelsorten weiterentwickelt. Fortan begeisterte das pralle Obst mit saftiger Süße. Die Griechen schrieben ihm noch ganz besondere Vorzüge zu: eine aphrodisierende Wirkung.
Von jeher hatte die Paradiesfrucht eine starke symbolische Bedeutung. Sie steht als Sinnbild für Erkenntnis und Versuchung, für ewige Jugend und Schönheit, aber auch für Macht. Wir kennen den Liebesapfel, aber auch den Zankapfel, den vergifteten Apfel, den Goldenen Apfel und den angebissenen Apfel.

Formschönste Naturapotheke

Beim Lieblingsobst der Deutschen wird bevorzugt in einen Elstar gebissen, gefolgt von Gala, Braeburn, Jonagold und Jonagored. Apfelsorten gibt es inzwischen wie Sand am Meer: Weltweit kennt man 30 000 verschiedene Sorten, alleine in Deutschland gibt es mehr als 2000. Wirtschaftlich relevant sind jedoch nur 30 und in Supermärkten landen schlussendlich nur fünf bis sechs globale Sorten. Weniger bekannte und alte Apfelsorten gibt es fast nur noch im Bio-Einzelhandel und in Hofläden.
Jeder Apfel hat seine eigene Charakteristik, unterscheidet sind vom anderen durch Farbe, Geschmack, Festigkeit und Aroma – von süß bis säuerlich, fest bis weich, mürbe bis saftig. Jonagold und Cox Orange etwa eignen sich prima für Kuchen, Gala oder Topaz passen gut in einen Salat und aus einem Boskoop oder Renette wird ein prickelnder Cidre oder Most gekeltert.
Egal welcher Apfel – sie alle sind super gesund: vitamin- und ballaststoffreich, gut für die Verdauung und unser Immunsystem. Und: Die kugelrunde Naturapotheke ist extrem kalorienarm. Wer allerdings glaubt, dass saure Äpfel, wie etwa Granny Smith, weniger Fruchtzucker enthalten als süßere Sorten, der irrt. Der Geschmack dieses grasgrünen Kandidaten ist ein Zusammenspiel von Säure und Süße, und der Fruchtzuckergehalt des Granny Smith ist beträchtlich. Interessant ist der Fakt, dass die Fruchtsäure von Äpfeln Bakterien im Mund zerstört und die Bildung von Zahnstein verhindert. Auch regt der regelmäßige Biss in einen Apfel die Fettverbrennung an und kann dadurch beim Abnehmen helfen.
Es gibt also reichlich gute Gründe für „an apple a day …“. Ob gerieben, gekocht, püriert, getrocknet, gebacken, als Saft, Cidre, Essig und Gelee – der Apfel ist einfach gesunder Genuss pur.

Apfelgenuss wie im Märchen Die süßen Apfelrezepte für Kuchen, Cheesecake, Muffins, Tartes und mehr werden von den schönsten Apfelgeschichten und -märchen begleitet – auch zum Vorlesen. Thorbecke Verlag, 2025, 160 S., 26 €.

Das große Buch vom Apfel Das umfangreiche Koch- und Backbuch enthält die leckersten Rezepte sowie eine Vorstellung der besten Apfelsorten. Christian Verlag, 2023, 272 S., 45 €.


(Foto:iStock-Boarding1Now)

Biss für Biss gesund

Über 30 Vitamine und Spurenelemente, 100 bis 180 Milligramm Kalium und weitere wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen stecken in einem Apfel und unter seiner Schale. Dabei besteht er zu 85 Prozent aus Wasser und hat nur rund 60 Kilokalorien. Das in der Frucht enthaltene Pektin senkt den Cholesterinspiegel, fördert die Darmgesundheit, hält den Blutzuckerspiegel stabil. Flavonoide und Carotinoide haben eine antioxidative Wirkung und schützen die Körperzellen vor freien Radikalen.

(Foto: shutterstock_Simon-Maas)

Schon gewusst?

  • Der Apfel gehört zur Familie der Rosengewächse.
  • 20 kg Pro-Kopf-Verzehr in Deutschland
  • 11. Januar ist der Tag des deutschen Apfels
  • Ein Apfel besteht zu 85% aus Wasser
  • Rekordernte in Deutschland 2025: Über 1 Million Tonnen Äpfel

Voll verträglich

Allergiker, aufgepasst! Anders als moderne Züchtungen wie Gala oder Pink Lady enthalten alte Apfelsorten wie Boskoop, Gravensteiner, Goldparmäne oder Renette deutlich mehr sekundäre Pflanzenstoffe, Polyphenole und Flavonoide, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Menschen mit Apfelallergie vertragen diese Früchte oft besser, weil die Polyphenole allergieauslösende Eiweißstrukturen binden und unschädlich machen. Nun kommen im November zwei neue, offiziell allergiefreundliche Apfelsorten in die Supermärkte. Ihr Name: Pompur.


Kurz nachgefragt bei Stefan Gögele

(Foto: Dominic Telser)

„Lagerfähig muss er sein.“

Stefan Gögele ist Biobauer und Apfelsommelier aus dem „Apfeldorf“ Lana in Südtirol. www.lanaregion.it

Herr Gögele, was genau macht denn ein Apfelsommelier?
Ähnlich wie beim Wein- und Käsesommelier geht es auch beim Apfelsommelier vor allem, aber nicht nur, um die Sensorik, also Aussehen, Textur, Aroma, die Charakteristik der unterschiedlichen Sorten. Und natürlich auch um deren Geschichte, Herkunft und Zukunft. Als Apfelsommelier muss ich auch erklären können, warum alte Apfel-
sorten wiederentdeckt werden, warum Neuzüchtungen klimafit sein müssen und wie moderner, nachhaltiger Anbau funktioniert.
Zur Kür gehört dann bei einer Apfelverkostung das Food Pairing. Da ist man dann recht überrascht, wie gut der sehr säuerliche Granny Smith zu Schokolade passt oder ein süßer Golden Delicious zu einem kräftigen Ziegenkäse. Der
Apfelsommelier wird übrigens nur hier bei uns in Südtirol ausgebildet und ist weltweit einzigartig.

Worauf wird bei Neuzüchtungen besonders Wert gelegt?
In erster Linie auf ihre Lagerfähigkeit, denn unsere Kunden wollen mittlerweile 12 Monate im Jahr beliefert werden. Dafür eignen sich am besten Früchte mit festem Fruchtfleisch und dicker Schale, wie beispielsweise die neuen Sorten Giga und Cosmic Crisp, beide werden in Südtirol exklusiv angebaut. Letztere ist eine amerikanische Sorte, rot, säuerlich-süß, mit Aromen von Ananas, Kiwi, Stachelbeere.

Haben Sie einen Lieblingsapfel?
Ja, den Giga! Und den Natyra, eine aromatische süß-säuerliche Frucht. Belegen Sie damit doch einmal Ihre Pizza, dazu etwas Zwiebeln und Speck – köstlich!

So lagern Sie richtig ein – Damit die Vitaminbomben lange knackig bleiben:

  • Bei 1 bis 5 Grad Celsius fühlen sich Äpfel am wohlsten.
  • Ideal ist ein kühler, dunkler Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Die einzelnen Früchte sollten sich nicht berühren.
  • Faule Äpfel regelmäßig aussortieren.
  • Nicht zusammen mit anderem Obst und Gemüse lagern.

Besondere Paradiese im Apfelland Südtirol

Apfelhotel Torggler Hof Architektur und Natur, Hof und Hotel, Alt und Neu verschmelzen zu einem ganz besonderen Ort (Foto: AlexFilz)

Apfelhotel Torggler Hof Hotel? Bauernhof? Der Torggler Hof im Passeiertal ist beides. Und anders. Jung, frisch, ungezwungen, designaffin und tiefverwurzelt – ein gemütlicher Rückzugsort für Freigeister inmitten von Apfelplantagen und Weinbergen. Es gibt 44 Zimmer, Suiten und Lofts, eine kreative Farm-to-Table-Küche, das Brunnenhaus Spa mit eigener Quelle und Apfelsauna sowie Private Spa im Weinberg. www.apfelhotel.com

Hotel Wiesenhof Unser Hotel-Tipp für Apfel-Treatments

Hotel Wiesenhof Ganz in der Nähe von Meran, in Algund, erwartet dieses 4-Sterne-Hotel seine Gäste. Mitten im Grünen werden sie mit voller Apfel-Power rundum verwöhnt. Wer der Star des Apfel-Spa ist, ist selbstredend. Sogar eine eigene Apfel-Pflegelinie, die Südtiroler Apfelkosmetik, wurde konzipiert. Großzügige Zimmer mit viel Licht, Platz und Stil sowie eine erstklassige Küche begeistern. www.wiesenhof.com


Multitalent Apfel

Küchenstar Seine fruchtig-milde Säure verfeinert Salate, Suppen und Saucen. Der Bio-Apfelessig unterstützt zudem die Verdauung. 500 ml, 9,90 €. shop.fairment.de

Spritzig 100% alkoholfrei ist der fruchtige Apfel-Aperitivo aus Südtirol. 750 ml, 6,90 €. www.sparklingrocco.com

Apfelhaut Fruchtiger Apfelduft und sanftes Bio-Hanfsamenöl pflegen im Duschgel GRN Shades of Nature Biokosmetik die Haut. 200 ml, ab 4,49 €. über www.ecco-verde.de

Apfelstammzellen fördern in der Augen- und Lippen Crememaske von Moravan die Zellerneuerung. 15 ml, ab 27,30 €. über www.kosmon.de

Kompakt In einer Tablette des Apfel-Nahrungsergänzungsmittels stecken die Vitamine eines ganzen Apfels. 140 St., 19,95 €. www.the-touch-of-nature.de


Kürbis-Apfel-Suppe – köstlich & verführerisch

(Foto aus dem Buch „Äpfel&Birnen Herzhaft & süß“ Verlag Thorbecke)

Zutaten für 2 Portionen
645 g Hokkaido-Kürbis ● 1 Apfel (100 g) ● 1 Zwiebel ● 2 Knoblauchzehen ● 3 EL Olivenöl ● 1 TL Kurkuma ● 600-700 ml Gemüsefond/-brühe ● 1 Lorbeerblatt ● 2 Zweige Thymian ● Meersalz ● schwarzer Pfeffer ● 1 Frühlingszwiebel

Vorbereitungszeit: 15 Min.
Kochzeit: 25-30 Min.

  • Den Kürbis gut abwaschen, dann halbieren, entkernen und in Stücke schneiden.
  • Den Apfel schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein hacken.
  • Das Öl in einem Topf erhitzen, die Zwiebeln und den Knoblauch darin anbraten, dann Kurkuma dazugeben und mit anbraten. Mit Brühe ablöschen, gleich darauf Kürbis, Apfelwürfel, Lorbeerblatt und Thymianzweige dazugeben. Aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze bei geschlossenem Deckel 25-30 Minuten köcheln lassen.
  • Wenn der Kürbis weich ist, das Lorbeerblatt und die Thymianzweige entfernen. Mit einem Stabmixer oder in einem Standmixer die Suppe fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf die Teller verteilen und mit Frühlingszwiebelringen garnieren.

Herbstküche
Die süßen und herzhaften Rezeptideen mit Äpfeln und Birnen stammen aus aus diesem kleinen feinen Büchlein. Sie bringen den Geschmack des Herbstes auf die Teller. Verlag Thorbecke, 2025, 83 S., 12 €.


Aufmacherbild: lanaregion.it/Dominic Telser; Illustrationen: Shutterstock/mart

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