Jung, urban, exklusiv: Oslos neue Edelherberge ist ein Erlebnis für Kunst- und Architekturfans. Die raffi nierten Details und ein ausgefeiltes Spa-Konzept locken Gäste aus aller Welt in den am Reißbrett entworfenen neuen Stadtteil am Oslofjord.

Dominic Gorhams Arbeitsplatz liegt direkt neben der Eingangstür: In der Lobby des The Thief steht der Schreibtisch des gebürtigen Londoners. Doch eigentlich ist der 51-Jährige – schicker grauer Anzug, die Rastas zum Zopf gebunden – überall im Hotel zuhause. Guest Relation Manager heißt sein Job. Bedeutet: Gorham kennt jeden Gast, kümmert sich um Sonderwünsche, organisiert Transfers – einfach alles, damit sich Besucher wohlfühlen. „Und das im schönsten Haus ganz Norwegens“, wie er stolz sagt und schnell ergänzt: „Ach was – Europas.“ The Thief: Das ist der wahr gewordene Traum von Kunstsammlern, Architekten, Innendesignern, Raumausstattern, Gastrokritikern. Am Reißbrett entworfen und errichtet auf Pfählen im Stadtteil Tjuvholmen (tjuv heißt Dieb, auf englisch: thief), wo einst nachts finstere Gesellen lungerten, entstand auf einer kleinen Insel ein Musterbeispiel innerstädtischer Brachenbelebung. Mittendrin: The Thief mit seinen 118 Zimmern und Suiten und den so zahlreichen kleinen Feinheiten, die sich unmöglich komplett aufzählen lassen.

Details mit Geschmack
Deshalb an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl. Da wären die stylischen Zimmer mit Technik, die entzückt – etwa dem Lichtschalter auf dem Nachttisch, der diverse Beleuchtungsmodi per Kurzsteuerung anwählen lässt. Oder die Kunstwerke – das Haus ist voll davon. Dominic Gorham kann zu jedem Bild, zu jeder Skulptur (z. B. von Jeff Koons) eine Geschichte erzählen. Oder der Fahrstuhl: mit integriertem riesigem Monitor, auf dem eine Comicdame zwinkert – skurril. US-Sängerin Rihanna war neulich da, sagt Dominic Gorham. Starallüren? „Keine“, versichert er. Künstler lieben den Luxus von The Thief, genießen die Aussicht von der privaten Terrasse über halb Oslo und den Fjord, entspannen in der Lounge oder im Nobelrestaurant Fru K. Wen stört es, dass direkt nebenan das Astrup Fearnley Museum für moderne Kunst entstanden ist (Architekt: Renzo Piano)? Das The Thief ist ja fast selbst schon ein Museum.

Geschützt vor Wind und Wetter geht es durch einen Gang ins Thief Spa. Design und Eleganz dominieren auch hier, wo mit Carita, Voya, Babor und Priori behandelt wird. Im März 2014 eröffnet, gibt es sechs Behandlungsräume, dazu Rasul, Dampfbad, Hamam, Pool und ein Fitnessstudio nebenan. Der Clou sind die Details, etwa das Licht im Pool, das die Farbe wechselt. Oder die Naturschieferplatten. Oder die Glasfront, durch die der Blick bis auf den Oslofj ord reicht. Très chic! Ich probiere ein Hamam-Treatment. Der warme Steinsockel ist erstaunlich bequem. Schaum ohne Ende wärmt die Haut, an der Decke funkeln Lichter – so könnte es ewig weiter gehen. Leider haben die Treatments im Thief Spa nicht nur ihre (stolzen) Preise, sondern auch ein Ende. Nützt ja nichts. Welcher Promi schon mal im Spa war? Dominic Gorham schweigt. Dass Rihanna da war, hätte er nie erwähnt – wenn sie es nicht selbst der Presse erzählt hätte. Ansonsten gilt: Luxus heißt auch Diskretion. Kein Wunder, dass Gorham das Vertrauen seiner Gäste genießt.

 

The Thief
Landgangen 1
0252 Oslo
Norwegen
Tel. +47 24 004000,
stay@thethief.com
www.thethief.com

Öffnungszeiten: Thief Spa: Mo-Fr 7-22 Uhr, Sa/So 8-20 Uhr. Hotelgäste, die ein Treatment buchen, nutzen das Spa Mo-Do gratis; außerhalb und ohne Hotel fallen Gebühren von bis zu ca. 71 Euro an
Preisbeispiel: Arrangement „Thief of hearts“: 1 Übernachtung, 5-Gang-Menü im Restaurant „Fru K“ samt Wein, 1 Flasche Champagner, Schokolade, ab ca. 316 NOK p. P.