Humorvoll und nachdenklich, manchmal hintersinnig-politisch: Gegen Klischees tritt Deutsch-Rapperin Nina „Fiva“ Sonnenberg auf der Bühne an. Mit Erfolg. Die 43-Jährige ist ein Tausendsassa und omnipräsent in Fernsehen und Radio. In SPA inside verrät sie, wie sie sich fit hält und wohin sie am liebsten reist.

Sie sind Moderatorin, Sängerin, Autorin und vieles mehr. Wann schlafen Sie eigentlich?
Am liebsten am Nachmittag. Leider ist das nicht immer möglich, aber 16 Uhr ist eigentlich meine perfekte Zeit, um zu  schlafen. Ich arbeite gerne nachts, stehe auch gerne früh auf. Und so ist der Nachmittag an sich meine „langsame“ Zeit.

Wie halten Sie sich generell fit?
Sport. Laufen. Und Gymnastik. Damit meine ich wirklich klassische Gymnastik. Ich mache sehr gern Yoga. Aber habe gemerkt, dass ich mich nach einer Stunde Turnen, wie es meine Oma noch nannte, am besten fühle. Und es hallt auch am besten nach. Es triggert bei mir irgendwie die richtigen Stellen im Gehirn und im Körper. Es geht im Grunde um Muskelaufbau, Dehnung, Kräftigung und Ausdauer. Und gibt auch nicht vor, anderes zu sein. Sonst esse ich, so gut ich kann, gesund. Aber ich müsste lügen, wenn ich sage, dass das immer klappt.

Was ist aktuell Ihr Herzensprojekt?
Ich schreibe an Songs für meine neue Platte. Nach zwei Jahren pandemischem Stillstand bekam ich wieder Lust aufs Schreiben. Lange hatte mich der Stillstand verschluckt und verdunkelt. Jetzt brennt das kreative Feuer wieder, und das ist das schönste Geschenk. Ich bin viel in meiner zweiten Heimat Wien unterwegs. Nehme dort auf und  sammle Inspiration. Es fühlt sich an wie auftauchen.

2019 erschien ihr Album unter dem Name „Nina“. Vor der Kamera nennen sie sich Fiva. Wie kam es dazu?
Fiva ist mein Spitzname seit ich 14 bin. Meine Freundinnen haben mir den verpasst. Könnte ich heute nochmal wählen, würde ich, glaube ich, einen Künstlerinnennamen wählen, der einfacher auszusprechen ist. Da gibt es immer viele Missverständnisse. Mein letztes Album heißt „Nina“, weil es wohl mein persönlichstes geworden ist. Und ich glaube, dass ich nach 21 Jahren Musikerinnendasein eigentlich gar keinen „Artist-Name“ mehr brauche. Trotzdem bleibt es bei Fiva. Vielleicht auch genau wegen diesen 21 Jahren.

Was würden Sie heute Mädchen als Tipp mit auf den Weg geben, wenn diese Sängerin werden möchten?
Ja! Singen. Das klingt jetzt sehr banal. Aber am Anfang entdeckt man eine Leidenschaft. Das war für mich selbst der beste Moment in meinem Leben. Und dann muss man sich an dieses Talent gewöhnen. Mit ihm arbeiten, üben, sich überlegen, was man mit dieser Gabe machen will. Ich glaube, es ist sehr sinnvoll, dass das eine Zeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Denn sobald man ins Rampenlicht tritt, treten auch eine Menge Stimmen und Meinungen in dein Leben, die oft gut gemeint, aber selten hilfreich sind. Eins nach dem anderen. Dann wird man stabil.

Sie haben in einem Interview gesagt, dass Österreich Ihr Lieblings-Musikland ist. Wie kommt’s?
Aus Österreich kommt so unglaublich viel eigenständige, unverwechselbare, individuelle Pop- und Rapmusik. Österreich überrascht jedes Jahr aufs Neue. Ich finde es manchmal seltsam, wenn junge österreichische Künstlerinnen sagen, sie wollen nach Berlin, weil das der „place to be“ sei. Österreich und gerade Wien haben so ein Alleinstellungsmerkmal in der Musik. Das würde ich im Leben nicht tauschen wollen.

Haben Sie auch ein Lieblings-Reiseland?
Überall, wo Meer ist.

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt uns alle. In den Berichten ist auch immer wieder zu sehen und zu hören, dass Musikerinnen und Musiker für die Menschen vor Ort musizieren und singen. Glauben Sie, dass Musik die Welt positiv verändern kann?
Ich weiß, dass wir als Musikerinnen und Musiker Menschen beeinflussen können. Wir können ihnen Kraft geben und Energie. Durch Lieder, Konzerte und Texte. Wir können ihnen andere Perspektiven anbieten. Oder durch pure Unterhaltung kurze Atempausen vom Weltgeschehen geben. Die Welt positiv verändern müssen wir alle zusammen, als Menschen.

Meine Lieblingsschallplatte ist
Laury Hill, „The Misseducation of …“

Meine Helden der Kindheit sind
Ronja Räubertocher, Mio mein Mio und die Gebrüder Löwenherz.

Ich kann nicht verzichten auf
Bücher.

Ich toleriere nicht …
wenn jemand intolerant ist.

Wenn ich drei Wünsche frei hätte …
… würde ich mir für jeden Menschen auf der Welt dreimal mehr echtes Selbstbewusstsein wünschen. Denn ich glaube, wir hätten wesentlich weniger Probleme, wenn jeder Mensch besser mit sich klarkommen würde.

Interview: Franka Hänig