Da steht es, ein Traum ganz in Weiß, verspielt und doch monumental, auf einer Klippe: Wer das Boot vom Triester Hafen bis zur Bucht von Grignano nimmt – rund sieben Kilometer Luftline sind es –, der bekommt seine schönste Seite zu sehen. Das Schloss Miramare wirkt bei blauem Himmel fast schon unwirklich schön. Das einstige Liebesnest von Österreichs Erzherzog Ferdinand Maximilian und seiner Frau lockt heute Gäste in Scharen an. Nur übernachten, das darf in den Räumen des Museums leider niemand …

Muss er aber auch gar nicht. Einen Katzensprung entfernt gibt es die passende, fast schon ebenso herrschaftliche Alternative. Und dort ist der einstige Erzherzog als Namenspate noch ganz präsent. Das Hotel Riviera & Maximillian’s liegt direkt an der Landstraße, die Urlauber vom Flughafen Richtung Triester Innenstadt bringt. Wobei es dort an der zweispurigen Fahrbahn fast zu übersehen ist – trotz seiner markanten gelben Farbe.

Über versteckte Pfade

Nicht schlimm. Denn viel spannender ist sowieso der 20-minütige Fußweg vom nahen Traumschloss einmal quer durch die kleine Bucht zum Hotel. Vorbei am Hafen mit seinen Restaurants führt der eher unscheinbare Pfad. Hinter den Badeanstalten entlang endet der Weg direkt an einem Fahrstuhl. 30 Sekunden später und ein paar Dutzend Meter höher öffnen sich die Schiebetüren – für einen grandiosen Panoramablick über die Bucht Richtung Schloss. Bei gutem Wetter sind Istrien und Grado, der Badeort am äußersten Ende des Golfs von Venedig, zu entdecken. Herrlich! Es ist, als würde der Lift in der Spitze eines Leuchtturms enden – denn genau so, allerdings ohne Feuer, sieht das Fahrstuhlbauwerk aus. Nur dass hier am Hang ein schickes 4-Sterne-Hotel thront – die Rezeption ist nun nur noch ein paar Meter entfernt. Die jüngste Etappe des Gastgeschäfts an dieser imposanten Stelle beginnt 1992. Gilberto Benvenuti sammelte als Hotelier in Venedig erste Erfahrungen, gründete dann ein Feriendorf und erwarb das Grand Hotel Duchi d’Aosta in Triest. Benvenuti verliebte sich in das Haus mit Blick auf Miramar – und kaufte es kurzerhand.

Zur Massage ins Strandbad

Das Riviera & Maximilian’s ist ein Komplex aus mehreren Gebäudeteilen, was auf den ersten Blick nicht auffällt. Der Großteil liegt am Hang und quasi unterhalb der Staatsstraße. Von der aus ist nur das Stammhaus von 1898 mit heute 14 Zimmern – 2014 renoviert und ganz historisch eingerichtet – zu sehen. Dessen markanter Anstrich übrigens nennt sich Schönbrunner Gelb – die traditionelle Farbe österreichischer Repräsentationsarchitektur des Barock. Wer den Fußweg vom Hafen spart und mit dem eigenen Auto anreist, kann selbstverständlich direkt bis ans Hotel fahren. Allerdings verpasst er dann den charmanten Weg durch den falschen Leuchtturm …

Aber er kann ihn gewiss nachholen. Denn vor allem in der Badesaison gibt es genug gute Gründe, vom Riviera & Maximilian’s hinab bis ans Wasser zu gehen. Dann wahlweise über einen steilen Pfad – oder eben mit dem Lift. Einer der Gründe ist das Exentia-Spa, dass am Strandbad des Hotels eine Art Außenstelle hat. Wer mag, kann sich dort massieren lassen und dabei das Rauschen der Wellen genießen. Oder aber er geht von der Hotelrezeption aus in Richtung Seitenflügel, wo 35 Suiten liegen. Nicht nur von deren Balkonen und durch die Panoramafenster reicht der Blick steil nach unten ans Meer. Sondern auch von der Sauna im Spa aus. Sonnenuntergang und dabei Schwitzen – eine schöne Kombination. Viele Gäste mögen es ganz exklusiv, weiß Viola Ferreti, die Beauty-Therapeutin: „Mit dem Elysium gibt es eine private Spa-Suite, abgetrennt von den anderen Saunen, Dampfbädern und der Salzwand-Ruheraum.“ Sie ist selbst nachts buchbar. Beste Zeit, um zu träumen: wie es ist, einmal Herr im eigenen Schloss zu sein.

RIVIERA & MAXIMILIAN’S HOTEL & SPA

40 Minuten mit dem Auto oder Bus vom Flughafen Triest bis zum Hotel, das an der Strada Costiera, der Küstenstraße, liegt. Zur Triester Innenstadt sind es etwa 20 Minuten Autofahrt.

www.rivieramax.eu

Das komplette Special über Triest inklusive Vorstellung der Hotels und Reisetipps wurde in SPA inside 6/2019 veröffentlicht – die auch als E-Paper erhältlich ist!