Abschlag mit tollem Ausblick: Wenn die Wellen im Hintergrund leise rauschen, macht das Spiel gleich doppelt so viel Spaß. Entlang der Inseln an Nord- & Ostsee warten jede Menge Plätze auf Golfer. Die steife Brise gehört dazu – und ist eine Herausforderung.

Werner Rudi lebt da, wo andere Urlaub machen: Nach Sylt, die größte der nordfriesischen Inseln, hat es den Journalisten vor 25 Jahren verschlagen. Etwas länger, nämlich seit 30 Jahren, gibt es den Golfclub Sylt – und deren Präsident ist Werner Rudi heute. „Wir sind einer von vier Golfclubs auf der Insel – und wir sind der größte“, ist der Unternehmer stolz. 1300 Mitglieder (knapp 300 davon sind Insulaner) können nicht irren: Sie lieben die Anlage, auf der man von fünf Bahnen aus beste Sicht aufs Wattenmeer genießt. „An guten Tagen sieht man sogar Dänemark“, sagt Werner Rudi. Golfspielen mit Blick auf Wellen und Wasser: Ein Traum, nicht nur für den Vereinspräsidenten. Der schwärmt denn auch von „seinem“ Flecken Land: „Ein wunderschöner Blick, die Farben wechseln jeden Tag – mal intensives Blau, mal Grau, manchmal mehr wie Aluminium.“

Doch nicht nur auf Sylt finden Golfspieler traumhafte Plätze. Auf den Inseln entlang der deutschen Küste von Nord- und Ostsee sind in den vergangenen Jahren zu den etablierten Plätzen weitere zusätzliche Anlaufstellen hinzugekommen. Auf Usedom etwa. Seit 2009 erst gibt es dort mit Baltic Hills einen Golfplatz, der 19 Loch zählt – „und damit sind wir wohl die ersten im Land“, sagt Mitarbeiterin Cindy Schmidt. Loch 19? Mit einem Augenzwinkern wird so in der Regel das Clubhaus genannt, an dem die Partie nach 18 Loch weitergeht. Nicht so auf Usedom. Loch 19 wird eigentlich als Nummer Null vor den Bahnen 1 bis 18 gespielt und ist Teil der Übungsanlage – was wiederum das Clubhaus zur Nummer 20 erhöht.

Der Wind weht heftig
Das Meer im Rücken haben Spieler beim Golfclub Föhr. Der zweitälteste Club Schleswig-Holsteins (seit 1925) gilt als eine der schönsten Anlagen. Auf der nordfriesischen Insel sieht man das Wasser beim Spiel. „Doch die Nähe zum Meer kann auch zur Herausforderung werden“, sagt Gabi Mommsen vom Club. Denn: Der Wind weht mitunter heftig auf der Anlage mit insgesamt 27 Loch – und das muss jeder Spieler bei seinen Abschlägen einplanen. Auch auf Langeoog, eine der ostfriesischen Inseln, sollte so manche steife Brise einkalkuliert werden. „Man spielt bei uns jeden Tag auf einem anderen Platz – denn wenn der Wind dreht, sind die Spielverhältnisse völlig anders“, sagt Geschäftsführer Michael Wrana. Doch die 300 Clubmitglieder und die Gäste lieben diese Unberechenbarkeit der Natur – erhöht sie doch gerade den Reiz des Spiels. Was heute leicht ist, wird morgen schwerer.  (Foto oben: 123 RF – Charles Wollertz)