Direkt gegenüber dem Royal Golf Club gelegen, lädt der von Cabell B. Robinson gestaltete Kurs zu einem reizvollen Spiel. Im Jahr 2000 wurden hier die Marokko Open ausgetragen.

Wer seinen Urlaub in Afrika verbringen möchte, darf keine Perfektion erwarten und sollte auch mal Fünfe gerade sein lassen können. Mit dieser Empfehlung hatten wir uns nach Marokko aufgemacht – und eine ziemliche Überraschung erlebt. Ob Flughafen- Abholung, Check-in im Hotel oder Transfers, alles war völlig reibungslos über die Bühne gegangen. Nur von den Golfclubs hatten wir uns bisher noch kein eigenes Bild machen können. Umso gespannter fuhren wir zum ersten Platz, den Amelkis Golfclub, zwölf Kilometer von Marrakeschs Stadtzentrum entfernt. Doch auch hier: alles bestens organisiert! Anmeldung und Startzeit sind im Sekretariat korrekt vermerkt und sogar das gebuchte Cart und die angeforderten Leihschläger stehen für uns bereit.

Für „Streuer“ kann es leicht mal nass werden
Der im Jahr 1995 eröffnete 27-Loch- Platz kann aus jeweils einem roten, blauen und grünen 9-Loch-Kurs zu einer 18-Loch-Runde kombiniert werden. Wir sollen den blauen Kurs nehmen. Das erste Fairway ist weit, die geforderten vier Schläge gut zu schaffen. Seltsam nur, dass Loch 1 auf der Scorekarte mit Handicap 8 und auf der Abschlagtafel mit Handicap 15 vermerkt ist. Doch beim nächsten Loch stimmen die Angaben wieder überein. Viel größere Schwierigkeiten bereiten uns dagegen die Wasserhindernisse, die, obwohl der Platz recht offen ist, ziemlich leicht ins Spiel kommen. Wer eine Abkürzung nehmen und „Tigerline“ spielen möchte, sollte seinen Ball schon sehr präzise treffen können.

Ein Spiel mit Überraschungen
US-Designer Cabell B. Robinson hat den Amelkis-Platz als typischen Resort-Course angelegt. Die Bahnen verlaufen in der Mitte, drumherum liegt eine weitläufige, flach gehaltene Ferienanlage, die überwiegend von Langzeiturlaubern aus Frankreich bewohnt wird. Trotz der relativ dicht angrenzenden Häuser bleibt die Optik keineswegs auf der Strecke. Dafür sorgen hübsch angelegte Wasserhindernisse mit kleinen Fontänen, blühende Blumenbeete, Palmen sowie das stets unwirklich anmutende Atlas-Gebirge am Horizont. Abschläge, Fairways und Grüns sind in einem sehr gut gepflegten Zustand. Die zweiten 9-Loch spielen wir auf dem grünen Kurs, der ebenfalls von viel Wasser geprägt ist. Hinzu kommen einige großflächige Waste-Areas, die dem Platz nun ein sehr viel wüstenhafteres Flair verleihen. An das Fairway grenzen nun die Mauern des Amanjena-Hotels. Hier wohnen wir und als uns ein Mitarbeiter erkennt, winkt er uns freundlich herüber und verschwindet daraufhin augenblicklich. Am nächsten Abschlag taucht Ahmed mit einem Tablett in der Hand auf. Darauf zwei Gläser mit frisch gepresstem Orangensaft. Die kühle Erfrischung kommt wie gerufen! Ahmed wünscht uns weiterhin ein schönes Spiel und zieht von dannen. Zwar landen unsere Bälle kurz darauf vor dem 18. Grün im Wasser, aber das können wir nach dem freundlichen Intermezzo verschmerzen. Entspannt nehmen wir einen Drink im heimeligen Clubhaus und ziehen uns aus dem Automaten noch ein Foto, dass man von uns unbemerkt auf der Runde geknipst hat. Was für eine nette Erinnerung an einen rundum gelungenen Golftag in Marokko.

 

Amelkis Golf Club, Km 12 Route de
Ouarzazate, 40000 Marrakech,
Tel. +212 524404414,
www.golfamelkis.com

Greenfee 18-Loch-Runde: 600 MAD (ca. 52 Euro)