Wenn Sie beim Wort Albatros an einen majestätischen Vogel denken, beim Wort Tee Lust auf ein warmes Getränk bekommen und Putten das Bild eines kleinen Engels bei Ihnen hervorruft – dann scheinen Sie noch nicht mit dem Golf-Vokabular geschweige denn mit dem komplexen Regelwerk in Berührung gekommen zu sein.

Und Sie gehören offensichtlich nicht zu den laut des Deutschen Golf Verbands (DGV) 635 097 registrierten Golfspielern. Warum eigentlich? Vielleicht liegt es an den vielen Vorurteilen, mit denen dieser Sport überhäuft wird. Viele von den Mythen und Irrtümern kann man aber direkt ausräumen, etwa dass Golf eine Sportart nur für gut Betuchte ist. Ja, Golfen ist sicher teurer als ein Fitnessstudio, aber schon ab 150 € können Sie einen Monat lang in einen Golfverein reinschnuppern. Leistungen wie Trainerstunden, Leihschläger, Bällen und vieles mehr sind meist inklusive. Das wohl hartnäckigste Vorurteil ist aber: Golf ist kein Sport, Golf ist Spazierengehen mit Unterbrechungen.

Sebastian Stark, Personal Trainer und leidenschaftlicher Golfer vom Institut für Personal Training Liliane Goschy-Fritz in Baden-Baden entgegnet diesem Vorurteil mit einem eindeutigen: „Stimmt nicht!“ Golf fördert sowohl die körperliche als auch die geistige Fitness. Spielt man eine komplette Runde, also 18 Loch, legt man eine Strecke von locker 7 bis 8 km zurück und ist gut vier Stunden zu Fuß unterwegs. Die Herzfrequenz liegt selten unter 100 Schlägen pro Minute und es werden etwa 1500 kcal verbrannt. Dann ist da auch noch der Abschlag – er erfordert höchste und vor allem schnelle Konzentration vom Spieler. Jeder Golfer führt etwa 72 Schläge bei einer Runde aus. Beim Schwung benötigt man 124 Muskeln. Dabei beträgt die durchschnittliche Beschleunigungsleistung eines Golfschwungs zwischen 2000 und 3000 Watt – genug Energie, um einen Wasserkocher zum Laufen zu bringen. Nach einer gespielten Runde weiß jeder, warum Golf sehr wohl als Sport bezeichnet werden kann.

Doch wie auch Tennis ist Golf ein einseitiger Sport und man sollte nach Möglichkeit ein Ausgleichstraining nebenher machen – Anfänger wie Fortgeschrittene. Häufig können Rückenschmerzen oder Muskelverspannungen die Folgen sein. Sebastian Stark empfiehlt daher regelmäßig zu schwimmen – vor allem, weil es gelenkschonend ist. „Auch ein maßgeschneidertes Training für Golfer im Fitnessstudio ist ideal“, weiß der Fachmann. „Denn so werden Ausdauer, Beweglichkeit, Kraft und Koordination gezielt verbessert.“ Golfen ist vielseitig, man spielt es in geselliger Runde. Und das Beste: Es ist für jede Altersklasse und jeden Fitnesszustand geeignet. Vielleicht entschließen Sie sich ja, die Nummer 635 098 auf der Liste des DGV zu sein.

Gezielt trainiert Es gibt Fitnessstudios, die eine Kooperation mit Golfclubs haben. Golfer haben die Möglichkeit, zielgerichtet gemeinsam mit Golf- und Fitnesstrainer den Schwung zu verbessern und einseitige Belastung auszugleichen. So auch im Institut für Personal Training, Medical Fitness & Style in Baden- Baden. www.lgf-bb.de

Adressen für Einsteiger

  • Deutscher Golf Verband e.V. (DGV) Als Dachverband für die Golfclubs in Deutschland vertritt er aktuell 825 Mitgliederclubs und -anlagen. Hier erfahren Anfänger u. a., welcher Golfclub in ihrer Nähe Schnupperkurse anbietet. www.golf.de
  • Verein clubfreier Golfer (VcG) Ist der „Golfführerschein“, die Platzreife, bestanden, muss man den Nachweis einer Mitgliedschaft in einem Golfclub erbringen. Recht günstig ist der Start über den Verein clubfreier Golfer mit 195 € Jahresbeitrag. www.vcg.de
  • rules4you Auf www.rules4you.de, dem Online-Portal des Deutschen Golf Verbandes, findet man alles über Regeln, Etikette, Handicap, Spielformen und das Amateurstatut. Kinder finden im Bereich „Für Kids“ zudem anschauliche Informationen.