Träum mal: Neues Bewusstsein für sich selbst

Kürzlich fuhr ich mal wieder mit dem Fahrrad ins Büro. Der Radweg führt mitten durch Felder, an einem schmalen Bächlein entlang, vorbei an einer Pferdekoppel, einem kleinen Wald, einer Bank. Auf dem Nachhauseweg konnte ich einfach nicht an dieser Bank unter einem schattenspendenden alten Baum vorbei. Hielt an und setzte mich – einfach so. Die Sonne schien mir warm ins Gesicht, ich schaute den weißen Wolken zu wie sie vorüberflogen, hörte das Summen der Bienen, die im Gelb des Rapsfeldes auf Pollenfang waren. Nahm den warmwürzigen Geruch der Maisfelder  wahr … Nach einer Weile erfüllte mich eine heitere Leichtigkeit, ich schwang mich wieder aufs Rad und setzte meinen Weg nach Hause fort.

Eigentlich nichts Aufregendes – und genau das soll es sein. Einfach mal zehn Minuten nichts tun, die Gedanken mit den Wolken fliegen lassen, die Stille genießen. Abschalten, im Hier und Jetzt sein. Doch genau daran hapert es leider bei vielen Menschen zunehmend. Wir alle stecken doch mehr oder weniger im Hamsterrad fest, sind Sklaven von Smartphone & Co., sind gestresst vom Alltag, Job und Familie, haben uns eingerichtet in einem Lifestyle, der ständige Erreichbarkeit als erstrebenswert proklamiert. Einem Lifestyle, der Zynismen kreiert wie „Was, du hattest noch kein Burn-out? Dann arbeitest du zu wenig!“ Doch wie effektiv wäre es, sich ab und an eine kleine Auszeit zu gönnen. Wer das erkennt, ist schon ein gutes Stück weiter. Und wer auch noch handelt sowieso.

Neue Begriffe für alte Weisheiten

Es scheint so, als müssten wir erst wieder lernen, was es heißt, Muse zu haben oder vielleicht sogar sich gepflegt zu langweilen. Einfach mal einen Tag nichts oder nichts vermeintlich Sinnvolles tun. Bei der Recherche zu diesem Artikel habe ich beim Googeln zig Tausend Einträge zu Mindfulness, Mindness oder auf Deutsch Achtsamkeit (das Wort gefällt mir am besten) gefunden und bin auf jede Menge Literatur gestoßen, vom Fachbuch bis zu fast inflationär vielen Yoga-, Lifestyle-, Happiness-Magazinen. Ebenso unüberschaubar sind die entsprechenden Kursangebote, Coachings und Retreats, die Achtsamkeit & Co. lehren. Das Thema ist bei den großen Arbeitgebern angekommen, die ihre Manager auf Achtsamkeitskurse und Yoga-Retreats schicken, den Mitarbeitern „digitale Zwangspausen“ verordnen. Warum? Weil wir es mehr denn je brauchen, uns selbst zu spüren, positiv zu denken und Stress loszulassen, um kreativ, produktiv und aufmerksam zu sein.

In einer überreizten und übervernetzten Welt versuchen immer mehr Menschen, ihre eigene mentale Souveränität wieder herzustellen. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach einer Auszeit im Kloster, nach Yoga- und Meditations-Retreats oder Mental Coachings boomt. In zahlreichen Wellnesshotels wird der Gast eingeladen zum Waldbaden, zum Entschleunigen, zu Kräuter- und Sinneswanderungen. Er erhält Anleitungen zum sich spüren, kann in Seminaren das „Glück-lich-sein“ lernen, Lebensfreude wiederfinden und seine wahre Stärke erkennen. Achtsamkeit ist eine Lebenshaltung, die positives Denken genauso impliziert wie ein Bewusstsein für gesunde, ausgewogene Ernährung und die Balance zwischen Körper und Geist. Eine Haltung, die verstärkt das emotionale Wohl im Auge hat. Andere Häuser setzen auf Entzug – und zwar den Entzug digitaler Medien.
Einfach mal offline sein.

Digital Detox heißt die Fastenkur für medienüberlastete oder -geschädigte Menschen. Viele erfahren dabei auch erstmals wieder, was Stille bedeutet. Auch etwas, woran es uns mangelt, dabei brauchen wir sie. Wie wichtig gesunder Schlaf für Körper, Geist und Seele ist, ist hinlänglich bekannt. Dennoch gehen viele Menschen liebend gerne mit ihrem Handy ins Bett – man muss ja schließlich wissen, was läuft, 24 Stund n lang. Clean Sleeping will dieser Unsitte gegensteuern. Laut Initiator Professor Dr. med. Christoph M. Bamberger sind dabei drei Punkte wichtig, um erholsam zu  schlummern: Kein Kaffee nach 15 Uhr, keine Elektronik im Schlafzimmer und nichts Berufliches vor dem Schlafengehen. Wer achtsam durchs Leben geht, sich selbst wahr und ernst nimmt, sei weniger stressanfällig, ausgeglichener, gelassener und zufriedener mit sich und seiner Umwelt, hat man festgestellt. Finden Sie also das Bänkchen, das irgendwo steht und Sie zum „Nur so sitzen und schauen“ einlädt.

Unsere Hoteltipps zum Thema:

  • Landhaus Severin*s: Mitten im Nichts, nur du, das Meer und der Wind. Und das Landhaus Severin*s Morsum Kliff. Nichts stört, nichts lenkt ab. Das kleine feine Haus mit nur 13 Zimmern im modern behaglichen Friesenstil ist ein magischer Ort. Am Wattenmeer auf Sylt, ganz im Osten der Insel. Der weite Blick übers Wasser, die reizvolle Dünen und Heidelandschaft und die zahlreichen Rad- und Wanderwege – ankommen um runterzukommen, eins mit der Natur. www.landhaus-severins.de
  • Gertraud Gruber Schönheitsfarm: Die Gertraud Gruber Schönheitsfarm am Tegernsee, die erste in Europa, ist eine Oase der Ruhe und Entspannung. Frauen sind hier ganz unter sich, können Ruhe und ein Gefühl von Geborgenheit genießen, im schönen Garten träumen und sich ganz auf sich selbst konzentrieren. Kein Trubel, keine Bar, Frau ist der Mittelpunkt, Tag für Tag. Zum ganzheitlichen Ansatz gehören wohltuende Behandlungen, gesunde Ernährung, sanfte Bewegung sowie Anstöße zur körperlichen und seelischen Erholung. www.schoenheitsfarm-gruber.de
  • Sha Wellness Clinic: Die neue Abteilung „Mind & Body“ der SHA Wellness Clinic in Spanien geht auf Phänomene wie Burn-Out und hohe Stress-Belastung ein. Durch gezieltes Stress-Management und Energie-Harmonisierung sollen Körper und Geist wieder ins Lot kommen, der Kopf frei werden. Das bereits bestehende Angebot wird ergänzt durch ganzheitliche Retreats. Denn alles hat einen direkten Einfluss: Ernährung, Sport, Schlaf – ja sogar Gedanken wirken sich auf unsere Gesundheit aus. Wir sind demnach nicht nur das, was wir tun, sondern auch die Summe unserer Gedanken. www.shawellnessclinic.com
  • Thanyapura Phuket: Das Thanyapura Health & Sports Resort ist eine der besten Adressen für einen Gesundheitsurlaub auf Phuket. Das integrative ganzheitliche Angebot an Gesundheitspaketen mit Bewegung, Ernährung, Meditation und vor alem Sport ermuntert die Gäste zu einem Lifestyle Change: mehr Achtsamkeit und einen besseren Umgang mit dem eigenen Körper. www.thanyapura.com
  • La Clairière Bio & Spa-Hotel Inmitten des Naturparks Nordvogesen im Elsaß, einem einzigartigen UNESCO-Biosphärenreservat, schmiegt sich das La Clairière Bio & Spa Hotel aufs Schönste in seine Umgebung ein. Es ist ein Ort, um Kraft zu schöpfen, eine Quelle der Rückbesinnung. Zu den besonderen Angeboten gehören „Zen im Wald“. Dabei konzentriert man sich ganz auf seine Haltung, die Atmung und das Auftauchen und Verschwinden der Gedanken. Man nennt das auch Shikantaza, einfach nur sitzen. www.la-clairiere.com
  • Mountain Resort Feuerberg: Das Mountain Resort Feuerberg in Kärnten begeistert seine Gästen jedes Jahr mit „Spirit am Berg“. Dazu gehören Vorträge und Diskussionen über Spiritualität, Mentaltraining sowie Glücksprogramme. Der Herbst steht traditionell im Zeichen nach innen gehender, bewegender Angebote für Körper und Geist. Wie wäre es mit Zen-Bogenschießen oder Übungen nach den 5 Tibetern? Und das alles in traumhafter Panorama-Lage auf 1760 Metern Höhe. www.hotel-feuerberg.at
  • Naturhotel Forsthofgut: Die umliegenden Wiesen und Wälder und die hoteleigene Gartenanlage werden zum natürlichen Fitnesstudio in aromatischer Bergluft. Daneben bietet Europas einziges Waldspa auf 3800 Quadratmetern Erholung für Geist und Seele. Mit allen Sinnen Natur erspüren kann man bei einem Treatment auf der Waldlichtung und der Holzplattform im Schilf des Bio-Badesees. www.forsthofgut.at
  • Hubertus Alpin Lodge & Spa: Achtsamkeit ist im Hotel Hubertus im Allgäu das zentrale Thema. Mental Coachings, Yoga-Sessions und diverse Retreats geben Anleitung, wie man besser mit Stress umgehen kann. Neue Perspektiven zur Entschleunigung werden aufgezeigt. Wohltuend zum Runterkommen auch die AlpYurveda-Treatments oder besondere Entspannungs-Module für einen ruhigen Geist. Bei intensiven Retreats lernt man Achtsamkeit, Meditation und Yoga, um sich zu zentrieren, bewusster zu werden. www.hotel-hubertus.de

Der komplette Artikel aus der SPA inside 5/17 (September/Oktober 2017) ist auch als E-Paper erhältlich.

Foto: Thanyapura Phuket

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