Discovery Islands: Zivilisation ade!

Das Gepäck ist verstaut – maximal elf Kilogramm dürfen es sein – und der Gurt sitzt. Die Rotoren setzen sich lautstark in Bewegung – los geht‘s, das Abenteuer Wildnis kann beginnen. Ganz schön laut, so ein Helikopter. Man tut wirklich gut daran, die Ohrschützer zu benutzen, denn immerhin dauert der Flug von Vancouver ins Sonora Resort fast eine Stunde. Das Luxus-Resort liegt auf der gleichnamigen Insel inmitten der Discovery Islands, einer Inselgruppe im äußersten Westen von Kanada. Sie bilden ein zerfranstes Küstenband von unterschiedlich großen Eilanden, die sattgrün unter uns im blauen Pazifik liegen. Alle sind sie bedeckt mit üppig grünem Regenwald. Und das ist etwas ganz Besonderes, denn die Inseln sind Teil des weltgrößten unberührten „borealen Regenwalds“, mit mehreren hundert Jahre alten Bäumen und Regionen, die noch nie ein Mensch betreten hat. Das Kielwasser der kleinen Boote zeichnet weiße Streifen ins Blau, nahe am Ufer treiben riesige geschälte Baumstämme im Wasser. Die Region lebt von der Holzwirtschaft. Um die letzten Urwaldriesen von British Columbia zu schützen, sattelten die Holzfäller schon vor ein paar Jahren auf nachhaltige Holzwirtschaft um.

Willkommen in der Wildnis

Der Helikopter setzt zur Landung an im Sonsora Resort. Drumherum in diesem Nirgendwo kurz vor Alaska: Wasser, Wald, Wasser … und dieses urig schicke Luxusresort. Mit 88 Zimmern, zwölf High-End-Lodges, dem Island Currents Spa und einem hervorragenden Restaurant. Gleich bei der Ankunft werden wir gebrieft: Hier gibt es Bären. Die laufen aber vor den Gästen davon, also keine Angst. Und die Seerobben, die am Bootsanlegesteg faul in der Sonne liegen oder auf einen Happen vom frisch gefangenen Lachs der Sonora-Hobbyfischer warten, tauchen einfach gemächlich ab. Rehe
und Hirsche lassen sich beim Äsen überhaupt nicht stören. Dennoch, wenn man mit dem Mountainbike oder zu Fuß die fünf Kilometer durch den dichten Wald zum tiefblauen Florence Lake zurücklegt und plötzlich Bärenspuren entdeckt, bekommt man schon Herzklopfen.

Begegnungen der anderen Art

„Da! Schau! Rechts, nein, jetzt links!“ – es ist nicht so einfach, einen Wal zu entdecken bevor er auftaucht. Denn wenn man seinen Buckel und den Blas, also die Atemluftfontäne, sieht, geht es nämlich ziemlich schnell und er taucht wieder ab, die imposante Schwanzflosse zuletzt. Im Zodiac folgen wir diesem riesigen Buckelwal eine ganze Weile, gleiten, hüpfen und schießen über das Wasser, Gischt im Gesicht, um dann wieder ganz still auf ihn zu warten. Was für ein Erlebnis! Die rasante Fahrt im Gummiboot-Ferrari geht weiter. Dick und sicher eingepackt, Kopfhörer mit Mikrofon auf den Ohren, damit jeder der Teilnehmer der Zodiac-Abenteuerfahrt auch die Erklärungen des Tourguides verstehen kann, geht es ruckzuck und kurvenreich ein Stück weiter im Pazifik. Das nächste Ziel: die Jagdgründe der Weißkopfseeadler. Und dann sehen wir sie, es müssen Hunderte sein. Alle Köpfe gehen nach oben, Handys und Kameras sind in Dauerbetrieb. Die majestätischen Vögel kreisen mit großem Geschrei durch den klaren blauen Himmel, stürzen sich dann pfeilschnell in die Tiefe und ziehen mit ihren mächtigen Krallen die Lachse aus dem Wasser. Hoch oben in den Bäumen sitzen sie dann ganz schwarz und still – warten auf ihren nächsten Einsatz. Da, wo es am meisten auf der Wasseroberfläche glitzert, schwimmt der nächste Bissen. Für die Adler ist der Fischfang notwendige Routine, für uns ein weiteres grandioses Naturschauspiel.

Unser Hoteltipp in der Wildnis: Sonora Resort

Ganz weit weg von allem ist man in diesem Resort, das zu den Relais & Chateaux-Häusern gehört. Luxuriöser Blockhaus-Charme in der Abgeschiedenheit der Discovery Islands, etwa eine Flugstunde nordwestlich von Vanvcouver. Das riesige Gelände lässt sich prima zu Fuß oder mit dem Bike erkunden, Begegnungen mit Bär, Reh oder Weißkopfseeadler nicht ausgschlossen. Wer ins Sonara kommt, sucht das ruhige Abenteurer: Lachse fangen, Wale beobachten, in den Regenwäldern wandern. Und genießt abends im Island Currents Spa, wo nach Tradition der Indianer mit einheimischem Tannenöl massiert wird. Pools und Saunen werden begeistert genutzt. Und das Essen? Fantastisch … und liebevoll serviert. Hin und zurück, z. B. mit London Air Services (www.londonair.com), muss man etwa 720 Euro einkalkulieren. www.sonoraresort.com

Die komplette Strecke über British Columbia aus der SPA inside (März/April 2017) ist auch als E-Paper erhältlich.

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