Marseille: Metropole am Mittelmeer

Noch immer gilt Marseille bei vielen als gesichtslose, laute, schmutzige Hafenstadt, als Moloch im Süden Frankreichs, als unberechenbarer Schmelztiegel vieler Nationen. Doch die französische Metropole am Mittelmeer hat sich gemausert, einer Wandlung unterzogen – das liegt nicht zuletzt daran, dass Marseille vor drei Jahren Europäische Kulturhaupstadt war. Das bescherte dem sogenannten „Tor zum Orient“ nicht nur viele Touristen aus aller Welt, sondern auch viele Sympathien. Wer einmal dem Charme der zweitgrößten Stadt Frankreichs erlegen ist, möchte wieder und wieder kommen …

Frischer Wind in alten Gassen

Wer in den Gassen der Altstadt unterwegs ist, am Hafen entlang schlendert oder die stattlichen Bürgerhäuser der alten Prachtstraße Canebière bestaunt – der erlebt eine moderne, sehr junge Stadt und begegnet stolzen, weltoffenen Menschen.

Dass sich Marseille verändert, spürt man auch an den vielen neuen Cafés, Restaurants, schicken Boutiquen und Hotels, die der Stadt gleichzeitig ihr unverwechselbares Gesicht geben. Wie zum Beispiel das imposante Intercontinental Hôtel Dieu mitten im Panierviertel, welches zuvor als Krankenhaus diente (www.intercontinental.com). Wenn schon nicht darin wohnen, dann unbedingt anschauen sollte man sich das Hôtel Le Corbusier (www.hotellecorbusier.com). Das befindet sich in der dritten Etage des Cité Radieuse. Le Corbusier entwarf 1951 das an einen Ozeandampfer erinnernde riesige Gebäude. Für ihn ein exemplarisches Beispiel, wie er sich modernes Leben vorstellte. Im Cité Radieuse können in 337 Wohnungen bis zu 1500 Menschen leben. Nicht verpassen: Die frei zugängliche Dachterrasse mit Wasserbassin.

Schmucklos von außen, innen eine magische Komposition an Farben und Formen – so ähnlich wie mit dem Corbusier-Haus verhält es sich auch mit dem Hôtel la Résidence du Vieux-Port (www.hotel-residence-marseille.com). Neben den farbintensiven Zimmern punktet das Hotel mit einer Top-Lage, direkt am Vieux Port, wo das Herz von Marseille schlägt. Die Atmosphäre des Alten Hafens ist einzigartig.

Den Hafen zu Füßen

Wer mit dem TGV nach Marseille kommt und erst spät abends im Hotel Sofitel Vieux Port eincheckt, für den ist am nächsten Morgen das grandiose Panorama auf den Alten Hafen besonders beeindruckend. Nun müssen Sie nicht die ganze Zeit an Ihrem Fenster stehen, um das muntere Treiben zu beobachten. Gehen Sie ruhig frühstücken, am besten in die 7. Etage ins Les Trois Forts. Dort haben Sie neben einem ausgezeichneten Frühstück einen noch bes­seren Blick auf die Stadt. Wenn Ihre Zeit knapp ist, dann bitte zumindest einen Kaffee und Croissant auf der 150 m2 großen Terrasse der Bar Dantès Skylounge ordern. Das moderne So Spa ist unbedingt einen Besuch wert. Unser Tipp: Das Signature-Treat­ment – eine traumhafte Behandlung mit provenzialischem Honig, heißen Lavasteinen und Lavendelöl.

Für das neue schicke Marseille stehen exemplarisch Hotels wie das C2 (www.c2-hotel.com) oder das Mama Shelter (www.mamashelter.com), von Philippe Starck designt. Die Atmosphäre ist lässig, die Gäste jung und international, sicher nicht nur, weil es WLAN und Spielfilme kostenfrei gibt.

Hat man sein Hotel gefunden, geht es an die Planung, was man alles in Marseille anschauen sollte. Ein offizielles Ranking der Sehenswürdigkeiten gibt es nicht, aber zuallerst zieht es sicher jeden an den Vieux Port. Die ganz besondere Mischung aus Fernweh und Abenteuer kann man hier spüren. Zudem gibt es unzählige nette Cafés und Restaurants zum Verweilen. Neben französischer Küche gibt es auch italienisch, marokkanisch und ganz traditionell provenzalisch. Unbedingt probieren: die Marseiller Bouillabaisse.Vom Hafen aus kann man auch gleich einen Spaziergang zum neuen Highlight der Stadt unternehmen: das MuCEM (Musée des Civilisations de L’Europe et la Méditerranée). Der futurisische Museumsbau ist ein architektonisches Wunder aus Licht und Beton und eine interessante Verbindung zwischen der alten Festungsbastion und dem modernen Lichtpalast. Auf der Sightseeing-Liste sollte natürlich auch noch die Cathédrale de la Major stehen, die hoch über der Stadt thronende Wallfahrtskirche Notre-Dame-de-la-Garde und das Palais Longchamp.

Wer Marseille und den Vieux Port nicht gesehen hat, der kennt die Provence nicht, steht in einem Reiseführer. Und dem kann ich mich nur anschließen. Tatsächlich muss man auch gar nicht unbedingt weiter ins provenzialische Hinterland fahren, die Hafenmetropole bietet so viel Sehenswertes – man kann hier getrost Tage verbringen, ohne sich zu langweilen.

Das ganze Special über Marseille und die Provence ist als epaper erhältlich (0,19€ pro Seite).

Foto: (c) Sofitel Veiux Port

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