Die Sache mit dem Trinkgeld

Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch für den Umgang mit dem Trinkgeld. Damit es im Urlaub nicht zu Missverständnissen kommt, informiert man sich am besten schon im Vorfeld über die Gepflogenheiten vor Ort. Denn sonst lauern hier einige Fettnäpfchen: Während in den USA das Trinkgeld obligatorisch ist, weil es die meist niedrigen Gehälter des Personals aufbessert, sollte man in Japan lieber auf den Bonus verzichten, denn hier wird „Tip“ als Beleidigung aufgefasst.

Südeuropa
Wer sich als Italien-Kenner ausgeben will, der gibt dem italienischen Zimmermädchen die üblichen fünf Euro Trinkgeld pro Woche persönlich. Im Restaurant berechnen die Italiener oft das „Coperto“ – eine Gebühr für Besteck, Geschirr und Servietten. In diesem Fall darf das Trinkgeld gekürzt werden, ansonsten gibt man in Italien, Spanien und Portugal maximal 10% Trinkgeld, das man vor dem Verlassen des Restaurants einfach auf dem Tisch liegen lässt. Auch in Griechenland gehört ein Trinkgeld von bis zu 10% zum guten Ton.

Frankreich
Auch in Frankreich kassiert man am besten erst das Rückgeld ein und lässt dann 10% Trinkgeld auf dem Tisch zurück, denn ein mündliches ausgesprochenes Trinkgeld kennen die französischen Servicekräfte meist nicht. Im Hotel wird ein Trinkgeld nicht zwingend erwartet, im Taxi hingegen sind ebenfalls 10% üblich.

Großbritannien
Falls nicht bereits eine Service-Pauschale berechnet wurde, gibt man in England 10 bis 15% Trinkgeld. Kofferträger kann man mit einem Pfund belohnen und im Taxi reicht der aufgerundete Betrag.

Skandinavien
In den skandinavischen Ländern Norwegen, Finnland und Dänemark ist Trinkgeld nicht üblich. Eine Ausnahme unter den Skandinaviern ist Schweden: Hier gelten 10% im Restaurant als angebracht.

Asien
In vielen asiatischen Ländern ist der Bonus ebenfalls kein Muss, denn in China oder Japan ist guter Service eine Selbstverständlichkeit. Die Thailänder haben sich in den vergangenen Jahren den Europäern angepasst: Reichte früher ein Lächeln als Dankeschön aus, wird heute ebenfalls ein Trinkgeld von 10% erwartet.

USA
Wegen der niedrigen Löhne des Personals, sollte man in den USA ein Trinkgeld von 15-20% beim Restaurantbesuch einrechnen. Auch Taxifahrer rechnen mit 15%. Die Zimmermädchen freuen sich, wenn man einen Dollar pro Nacht als Zuschuss gibt.

Nordafrika
Das „Bakschisch“ hat in Tunesien, Marokko und Ägypten eine lange Tradition. Wer nicht als unfreundlich oder arrogant gelten möchte, der gibt im Restaurant, beim Haareschneiden und im Taxi 10% Trinkgeld.

 Foto: iStock © Lise Gagne

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