Zwischen Fjord und Berg: Oslo im Wandel

Oslo, Tjuvholmen. Foto: VisitOSLO/Nic Lehoux

Die Wege sind kurz in Norwegens Hauptstadt. Sehr praktisch für Reisende, die die charmante Metropole erkunden wollen. SPA inside war unterwegs zwischen Gipfel und Wasser, zwischen Architektur-Genuss und Wellness-Tempeln. SPA inside stellt Hotels vor und zeigt die vier Gesichter der kleinen Stadt. (Foto: VisitOSLO/Nic Lehoux)

Fjord: Das Meer mitten in der Stadt

Wer mit der Fähre von Kiel nach Oslo reist, bekommt einen ersten Eindruck von der Lage der Stadt: Vorbei geht es an kleinen Inseln mit bunten Häuslein darauf, manchmal steht sogar eine Kirche mitten in der See. Dahinter breitet sich die norwegische Hauptstadt mit ihren Vororten auf breiter Front entlang der Küstenlinie aus. Der Oslofjord ist eigentlich kein richtiges Meer, aber er ist die wichtige Zufahrt in die Hauptstadt auf dem Seeweg – mit knapp 120 km Länge. Bis zu 300 m tief, stets dicht befahren von Fracht- und Urlauberschiffen. Wer den Fjord bei einem Oslobesuch erkunden mag, steigt unweit des Rathauses am Hafen ins Touristenschiff . Zwei Stunden dauert die Tour (April bis Oktober, ca. 33 Euro, www.boatsightseeing.com) vorbei an Opernhaus, Festung und vielen Inseln. Schicke Feriendomizile sind zu sehen, aber auch Industrie – und Reste des ersten Osloer Flughafens, der direkt auf dem Wasser lag.

Grünerløkka: „Notting Hill“ in Oslo

Studenten und Geschäftsleute eilen durch die Straßen, sitzen in Restaurants oder davor, entspannen in kleinen Parks oder trinken Cappuccino: Grünerløkka ist der Gegenentwurf Oslos zum angesagten Notting Hill in London oder vielleicht dem Berliner Prenzlauer Berg. Auf jeden Fall: irgendwie hipp. Designerläden und Second-Hand- Shops reihen sich dicht aneinander zwischen den Tangenten Markveien und Thorvald Meyers Gate. Wer Hunger hat, kann vergleichsweise preiswert essen – für Eilige auf die Hand, ansonsten in Kneipchen und Restaurants mit oft erstaunlich kreativer Küche. Künstler und Kreative lieben das Viertel im Norden von Oslos Innenstadt. Beim Blumenhändler, Friseur oder in diversen Süßkramläden trifft man sich tagsüber. Abends spielen junge Musiker live in Gaststätten. Links und rechts des Flusses Akerselva zieht sich nicht nur ein Park durch das Gebiet (mit Wegen für Radler und Jogger), sondern sind auch Fabrikruinen zu sehen – als Zeugnisse des Wandels.

Holmenkollen: Wintersport-Tradition auf dem Berg

Wie ein Pfeil thront die Skisprungschanze hoch über Oslo auf dem Holmenkollen. Selbst vom Oslofjord aus sieht man sie – und wer am Hauptbahnhof in die Metro steigt (T-Bahn 1), kommt in einer halben Stunde hoch auf den Berg. Die älteste Skisprungschanze der Welt ist legendär bei Sportlern und Wintersportfans. Errichtet1892, wurde sie seitdem fast 20 mal umgebaut – vom eher bescheidenen Sprungpodest bis zum futuristischen Betonlöffel im Jahr 2011. Das Museum an der Schanze dokumentiert den Wandel mit Modellen. Mit dem Fahrstuhl kann man sogar nach oben fahren (sofern nicht gerade ein Wettkampf stattfindet) und einmal dort Platz nehmen, wo sonst die Springer starten. Nichts für Menschen mit Höhenangst. Die jährlichen Events locken stets Zehntausende auf Oslos bekannten Stadtberg.

Tjuvholmen: Neues In-Viertel am Hafen

Im 18. Jahrhundert wurden hier Diebe (norwegisch: tjuv) eingesperrt. Finster und dreckig war die kleine Insel, was man heute nicht mal mehr erahnen kann. Nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt ist marode Bausubstanz imposanten Bauten aus Glas, Stahl und Beton gewichen – und ein nobler neuer Stadtteil entstanden. Dessen Herz (und Publikumsmagnet) ist das Astrup-Fearnley-Museum für Moderne Kunst, entworfen von Star-Architekt Renzo Piano. Ein riesiges Segel verbindet die beiden Teile des Gebäudes, in dem Werke etwa von Andy Warhol oder Jeff Koons (Michael Jackson und Affe Bubbles etwa) zu sehen sind. Hinter dem Museum reicht ein Park voller Skulpturen direkt bis ans Wasser. Wunderbare Sicht gibt es von hier aus Richtung Rathaus, Oper und auf die Hochhäuser der City. Die Preise für Wohnungen in den oberen Stockwerken gehen in schwindelerregende Höhen. Auch nachts schläft Tjuvholmen nicht, dann sind die Kneipen und Restaurants gut gefüllt.

Diese Häuser stellen wir im Oslo-Special vor

Alle Beiträge zur Spa-Metropole Oslo finden Sie hier

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